Wien - "Sivan Perwer kann es sich nicht wirklich aussuchen", weiß Willi Resetarits, alias Kurt Ostbahn: "Wenn er singt, ist das schon ein politisches Statement." So gesehen ist es selbstverständlich auch eine politische Veranstaltung, wenn der Ostbahn Kurti am 31. Jänner gemeinsam mit dem Kurden Sivan Perwer im Burgtheater auftritt.

Da Perwer gleichzeitig aber auch in der kurdischen Szene einer der bekanntesten Musiker ist und nicht nur in seinem Heimatland Türkei, sondern auch in Iran Irak und Syrien die kurdische Bevölkerung begeistert, wird es auch "eine kulturelle Begegnung. Eigentlich eine Integrationsveranstaltung", so Ostbahn.

"Die Musik ist eigentlich die einzige Möglichkeit, unsere Probleme, aber auch unsere Kultur, die Liebe und die Grausmkeit zu erklären", so Perwer am Mittwoch bei der Präsentation des Projektes. "Sie beinhaltet viel Schönheit und viel Wahrheit, wenn man sie versteht." In der Türkei wurde sie verstanden - und Perwer musste das Land verlassen. Schon 1976 - seither tritt er nur um Ausland auf.

Das Konzert im Burgtheater mit Kurt Ostbahn ist auch ein erster Schritt Perwers über die Grenzen der kurdischen Comunity hinaus. "Alle Musiker werden immer auf der Bühne sein", erläutert Kurt Ostbahn das Konzept. "Erst spielt die eine Gruppe, dann die andere. Dann sollte das zusammen fließen und einzelne Elemente der einen Musik in der anderen Eingang finden."

Für den Auftritt im Burgtheater werden mehr als 1000 Besucher erwartet - telefonische Kartenreservierungen unter [TEL]: (01) 513 15 13. Die Veranstalter rechnen, dass das Konzert vermutlich nächste Woche ausverkauft sein wird. Jene, die keine Karten mehr bekommen, könnten dann auch einen Ausflug nach Grosswarasdorf ins Auge fassen: Denn in diesem burgenländischen Ort werden Ostbahn Kurti und Siwan Perwer am 29. Jänner ab 20 Uhr das Vorkonzert bei dem burgenländisch-kroatischen Verein Kuga über die Bühne gehen lassen. (frei, DER STANDARD Printausgabe 16.1.2003)