Berlin - Die Union in Deutschland hat offenbar Bedenken gegen das deutsch-französische Konzept für eine Doppelspitze in der Europäischen Union. Der CDU-Europapolitiker Wolfgang Schäuble warnte in der "Berliner Zeitung" vor Problemen im Verhältnis zwischen dem Chef der EU-Kommission und dem künftigen Ratspräsidenten. Er hätte es daher bevorzugt, einen gemeinsamen Präsidenten für Rat und Kommission zu wählen. "Das schafft Klarheit auch für die Bevölkerung, wer Europa personell repräsentiert", sagte der Vizevorsitzende der Unionsfraktion.

Wie Außenminister Joschka Fischer hatte auch Schäuble für einen gemeinsamen Präsidenten an der Spitze beider EU-Institutionen plädiert. Insgesamt äußerte sich der CDU-Politiker positiv zum Stand der deutsch-französischen Beziehungen. Die deutsch-französischen Initiativen in der Agrarpolitik, der Innen- und Justizpolitik sowie zur Stärkung der EU-Außenpolitik gingen grundsätzlich in die richtige Richtung.

Der CDU-Politiker fügte aber hinzu: "Wir müssen die Substanz der Beziehungen wieder mit mehr Leben erfüllen." Beide Länder sollten den 40. Jahrestag ihres Freundschaftsvertrags in der kommenden Woche zum Anlass nehmen, im Bereich Jugend und Sport enger zu kooperieren. (APA/AP)