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New York/Bagdad - Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Saltanow will sich am Donnerstag in Gesprächen mit der irakischen Führung um die Vermeidung eines von den USA geführten Militärschlags gegen das Land bemühen. Saltanow hatte bei seiner Ankunft in Bagdad am Mittwoch erklärt: "Es sind nur Beratungen." Es gebe keine besondere Botschaft an Iraks Regierung. Man müsse aber jede Chance nutzen, um eine diplomatische und friedliche Lösung zu finden. Die USA werfen Irak vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, was das Land bestreitet. Die UNO-Waffeninspektoren haben bislang keine Anzeichen für A-, B- oder C-Waffen gefunden.

Keine Intervention ohne UNO-Mandat

Russland hat sich gegen eine militärische Intervention ausgesprochen, ohne dass ein neues Mandat der Vereinten Nationen (UNO) hierzu vorliegt.

Der Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, wollte am Donnerstag in Brüssel vor dem EU-Sicherheits-Komitee über seine Arbeit im Irak berichten. Vor seinem Abflug nach Europa sagte er in New York zu Journalisten, Irak müsse weitaus mehr tun, "wenn wir jede schlimmere Entwicklung verhindern wollen". Blix und der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, wollen am Sonntag und Montag nach Irak reisen. Dies ist ihr erster Besuch vor Ort seit Aufnahme der Durchsuchungen am 27. November vergangenen Jahres. Am 27. Januar sollen sie dem UNO-Sicherheitsrat Bericht erstatten.

UNO berät Resolutionen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berät am Donnerstag hinter verschlossenen Türen über zwei Irak-Resolutionen. Das Gremium werde auf Anfrage "einer Delegation" über den Zusammenhang zwischen den Resolutionen 1441 und 1284 diskutieren, teilte der amtierende Sicherheitsratspräsident, der französische UNO-Botschafter Jean-Marc de la Sablière, am Mittwoch in New York mit.

Die am 8. November verabschiedete Resolution 1441 des UNO-Sicherheitsrats gibt der Regierung in Bagdad eine letzte Chance, ihre Rüstungsprogramme offenzulegen. Resolution 1441 ist die Grundlage für die derzeitige Arbeit der UNO-Waffeninspektoren im Irak. In der am 17. Dezember 1999 verabschiedeten Resolution 1284 wurde ein Zeitplan für Waffeninspektionen aufgestellt. Bei einer Kooperation des Irak mit der UNO sollten die gegen das Land verhängten Sanktionen aufgehoben werden.

Die Arabische Liga hat sich am Mittwoch zum Abschluss eines Ministertreffens in Tunis entschieden gegen einen Krieg gegen den Irak ausgesprochen. Ein Krieg würde die gesamte Region gefährden, hieß es in einem Schlussdokument. An dem Treffen in der tunesischen Hauptstadt nahmen 40 Innen- und Informationsminister von Staaten der Arabischen Liga teil. Im Mittelpunkt der Konferenz stand der Kampf gegen den Terrorismus. (Reuters/APA/AP)