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Los Angeles/New York - Das US-Internet- und Medienunternehmen Yahoo hat im abgelaufenen Quartal dank starker Zuwächse vor allem im Bereich Abonnement-Dienste bei Gewinn und Umsatz die Markterwartungen übertroffen. Zugleich sagte der Konzern für das laufende Jahr Erlöse im Rahmen der Analystenschätzungen voraus.

Branchenexperten sprachen von soliden Geschäftszahlen und einem weithin wie erwartet ausgefallenen Ausblick. Die Yahoo-Aktie verzeichnete nachbörslich Kursverluste. Analysten sagten, Anleger trennten sich nun wieder von dem Papier, nachdem es in Erwartung positiver Zahlen zu Käufen gekommen sei.

Gebührenfinanzierte Dienste

Für das Schlussquartal 2002 wies Yahoo einen Nettogewinn von 46,2 Mio. Dollar (43,9 Mio. Euro) aus nach minus 8,7 Mio. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum Pro Aktie betrug der Gewinn acht Cent (nach minus zwei Cent). Analysten hatten im Schnitt mit lediglich sechs Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz verbesserte sich auf 285,8 (188,9) Mio. Dollar und lag damit über den Expertenprognosen von 278,6 Mio. Dollar. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 85,3 Mio. Dollar.

Angesichts der Flaute im Kerngeschäft Online-Werbung hatte sich der Konzern mit Erfolg verstärkt auf gebührenfinanzierte Dienste konzentriert. Der Umsatz in diesem Bereich sprang im Berichtszeitraum um 120 Prozent auf 89,4 Mio. Dollar, während die Sparte Marketing-Dienste ein Plus von 31 Prozent auf 177,5 Mio. Dollar erwirtschaftete.

Umsatzprognosen im Rahmen der Analystenprognosen

Mit seinen Umsatzprognosen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr 2003 liegt Yahoo im Rahmen der Analystenprognosen. So erwartet der US-Konzern für die ersten drei Monate des Jahres Erlöse von 255 Mio. bis 275 Mio. Dollar bei einem EBITDA von 60 Mio. bis 70 Mio. Dollar. Die durchschnittliche Umsatzprognose der Analysten beläuft sich hier auf 269,8 Mio. Dollar.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit Erlösen von 1,15 Mrd. bis 1,22 Mrd. Dollar bei einem EBITDA von 295 Mio. bis 330 Mio. Dollar. Auch hier lag die Analystenschätzung in der genannten Bandbreite. Die Investitionen im laufenden Jahr schätzt Yahoo auf 70 Mio. bis 90 Mio. Dollar. Bei den zahlenden Abonnenten wird die Zahl nach Einschätzung von Yahoo-Chef Terry Semel 2003 um mindestens 50 Prozent steigen.

"Recht anständiges Quartal"

"Es ist ein recht anständiges Quartal", kommentierte Jeetil Patel von DB Alex Brown die Yahoo-Bilanz. "Wobei auch erwartet wurde, dass die Zahlen nach oben gehen." Der Ausblick bewege sich offensichtlich im Rahmen der Erwartungen. Jordan Rohan, Analyst bei SoundView Technology Group, sagte: "Es war ein solides Quartal, aber ich glaube nicht, dass die Investoren darauf überschwänglich reagieren werden, weil sie sehr hochgesteckte Erwartungen in dieses Quartal gesetzt hatten."

Yahoo-Aktien verbilligten sich im nachbörslichen Handel auf der elektronischen Handelsplattform Instinet auf 18,37 Dollar nach 19,58 Dollar zum Börsenschluss an der US-Technologiebörse Nasdaq. "Ich denke, wir haben hier Käufe nach Gerüchten und Verkäufe nach den Nachrichten", begründete Patel die Kursverluste.(APA/Reuters)