Jenin - Die israelische Besatzungsarmee hat am Donnerstagmorgen die Häuser der Familien von zwei radikalen Palästinensern im Westjordanland zerstört. In der Ortschaft Kabatia bei Jenin sprengten Soldaten das Haus eines Mitglieds der radikalen Hamas-Organisation, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Das Hamas-Mitglied sei im vergangenen Jahr bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee getötet worden. In Beit Fajar bei Hebron wurde das Haus eines Palästinensers zerstört, der als Drahtzieher eines Anschlags in Jerusalem im April vergangenen Jahres gilt, bei dem sechs Israelis getötet wurden. Insgesamt zerstörte die israelische Armee in den letzten sechs Monaten 120 palästinensische Häuser im Westjordanland.

Das Vorgehen verstößt massiv gegen die Vierte Genfer Konvention über die Behandlung der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten. Die Arabische Liga appellierte an UNO-Menschenrechtskommissär Sergio Vieira de Mello, gegen die "barbarischen Praktiken" Israels und die permanenten schweren Verletzungen der Vierten Genfer Konvention in den besetzten palästinensischen Gebieten aufzutreten. Völkerrechtswidrige Zwangsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung und Kollektivstrafen wie Häuserdemolierungen, seien nicht länger hinzunehmen. Auch die Europäische Union hat scharfe Kritik am Vorgehen Israels geübt. Israels Sicherheitsbedürfnisse müssten unter Beachtung der Menschenrechte und des Völkerrechts verteidigt werden, hatten die EU-Außenminister erklärt. (APA)