Bagdad/Washington - UNO-Waffenkontrolleure haben am Donnerstag im Irak erstmals eine Privatwohnung in einem Haus im Westen von Bagdad durchsucht. An dem Haus in Bagdad war auf den ersten Blick nichts besonderes zu erkennen, was darauf hindeutete, dass die Durchsuchung auf Grund eines Geheimdiensthinweises erfolgte. Die Inspektoren riegelten die Straße ab, indem sie ihre Fahrzeuge quer stellten. Bei der Aktionen schienen einige Inspektoren auch eine Hütte auf einem nahe gelegenen Stück Land zu kontrollieren. Eine zweite Gruppe von Inspektoren besuchte eine Einrichtung der iranischen Gruppe Volksmudschahedin 30 Kilometer westlich von Bagdad.

Der Irak hat sich nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bei den Vereinten Nationen über das Hilfsangebot der USA beschwert, die im Irak tätigen Waffeninspektoren mit Spionageflugzeugen zu unterstützen. Luftwaffengeneral Richard Myers sagte am Mittwoch in Washington zu Journalisten, die USA hätten Aufklärungsflugzeuge vom Typ U-2 und unbemannte Drohnen vom Typ Predator angeboten. "Wir sind bereit, loszulegen." Die Flugzeuge würden dann unter UNO-Mandat fliegen.

Irak beschwert sich über "Spionageflüge"

Myers sagte weiter, der Irak habe sich in einem Schreiben an UNO-Chefwaffeninspektor Hans Blix über die beabsichtigten Spionageflüge beschwert. Dies werde jetzt geklärt. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, dies sei jetzt eine Angelegenheit zwischen dem Irak und den Inspektoren.

Die Arabische Liga hat sich zum Abschluss eines Ministertreffens in Tunis entschieden gegen einen Krieg gegen den Irak ausgesprochen. Ein Krieg würde die gesamte Region gefährden, hieß es in einem Schlussdokument. An dem Treffen in der tunesischen Hauptstadt nahmen 40 Innen- und Informationsminister von Staaten der Arabischen Liga teil. Im Mittelpunkt der Konferenz stand der Kampf gegen den Terrorismus. (APA/AP/Reuters)