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Grafik:APA

Wien - Nach mehreren erfolglosen Anläufen macht sich der Flughafen Wien erneut daran, die magische Zwölf-Millionen-Grenze beim Passagieraufkommen zu überwinden. Dank steigender Zahlen im Transfer Richtung Osten erwartet Vorstandssprecher Herbert Kaufmann heuer beim Passagieraufkommen ein Plus von 4,4 Prozent auf 12,5 Mio. Mit ähnlich starken Zuwachsraten wird auch in den Folgejahren gerechnet. Ein Irakkrieg würde die Prognosen jedoch über den Haufen werfen.

85 neue Jobs

Mit einem neuen Gepäckauffindungssystem, dessen Kosten sich auf jährlich acht Mio. belaufen, sollen die Abfertigungszeiten kurz gehalten werden. Damit will man gegenüber anderen Flughäfen - etwa München - punkten, den die Lufthansa als Hub weiter ausbaut. In den kommenden Wochen will man für die Gepäckabfertigung zusätzlich 85 Mitarbeiter rekrutieren. Von den 2580 Flughafenmitarbeitern sind derzeit 230 mit Gepäckhandling beschäftigt. Zur Finanzierung der Zusatzkosten will der Flughafen den Airlines pro Passagier zusätzlich zwei Euro abknöpfen.

"Wegen den Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben wir zwei Jahre an Wachstum verloren", sagte Kaufmann bei der Präsentation der Verkehrszahlen. 2001, als man schon einmal den Sprung über die Zwölf-Millionen-Grenze machen wollte, gingen die Passagierzahlen um 0,7 Prozent auf 11,85 Mio. zurück. Im Vorjahr gab es ein leichtes Plus von einem Prozent auf rund 11,9 Mio., was in etwa den Passagierzahlen des Jahres 2000 entspricht. Angesichts der Tatsache, dass es im europäischen Flugverkehr im Vorjahr Rückgänge von knapp zwei Prozent gab, "ein schöner Erfolg", wie Kaufmann sagte.

Weiter Interesse bekundete Kaufmann an einer Kooperation mit dem Flughafen Bratislava. An einer dritten Piste in Wien/Schwechat, die für 2010 geplant ist, führe dennoch kein Weg vorbei. Diese sei notwendig zur Abdeckung der Tagesspitzen.

Plus in Graz

Der Grazer Flughafen hat im Vorjahr beim Passagieraufkommen ein Plus von 5,7 Prozent auf 795.063 verzeichnet. Jeder zweite Passagier flog Linie, der Charter-Anteil am gesamten Passagieraufkommen ging weiter zurück. (stro/DER STANDARD Print-Ausgabe, 17.1.2003)