London - Forscher der Harvard Medical School in Boston haben entdeckt, dass rund 400 Gene die Fettproduktion und ?Speicherung im Fadenwurm (Caeonorhabditis elegans) steuern. Im Experiment gelang es, 300 dieser Gene zu deaktivieren und schlanke Würmer zu kreieren. Wurden die weiteren 100 Gene abgeschaltet, legten die Würmer wieder zu. Der mittels Genmanipulation erzielte Erfolg soll letztlich Pharmaunternehmen in der Entwicklung neuer Behandlungen gegen Übergewicht unterstützen. Da sich vieler dieser Gene auch beim Menschen finden, ist die Hoffnung berechtigt. Mit einer sicheren Gentherapie gegen Übergewicht ist aber laut Biologen erst in frühestens zehn Jahren zu rechnen.

Wie die Untersuchung der Forscher unter der Leitung von Gary Ruvkun zeigte, ist der Fettstoffwechsel selbst in einem relativ einfachen Organismus wie dem Fadenwurm sehr komplex. Trotzdem liefern die identifizierten Gene neue Ansatzpunkte, Medikamente gegen Fettleibigkeit zu entwickeln, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Nature. Dies wollen die Forscher durch ein Ergebnis der Studie gezeigt haben: Sie fanden, dass die Abschaltung bestimmter Gene auch bei Fadenwürmern mit einem krankhaft gestörten Fettstoffwechsel zu reduzierten Fetteinlagerungen führte. Genau diese Gene gelten als Hoffnungsschimmer für die Entwicklung von Medikamenten, mit denen sich starkes Übergewicht und damit in Zusammenhang stehende Erkrankungen behandeln lassen könnten. Noch ist allerdings nicht gesichert, dass diese Gene beim Menschen tatsächlich auch an der Aufnahme und Speicherung von Körperfett beteiligt sind. (pte)