OSZE-Medienbeauftragter Freimut Duve hat den Missbrauch turkmenischer Medien für "stalinistische Propaganda-Methoden" verurteilt. Der Staatsrundfunk würde die der Urheberschaft eines Anschlags auf Staatspräsident Saparmurat Nijasow Verdächtigen "demütigen und zerstören", kritisierte Duve am Donnerstag vor dem Ständigen Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. So hätten Fernsehsender in Turkmenien live übertragen, wie ein Angeklagter ein Geständnis abgelegt habe und öffentlich denunziert worden sei, heißt es in einer OSZE-Aussendung. Das TV-Publikum habe die Todesstrafe gefordert.

"Das sind die gleichen Methoden, die während der stalinistischen Schauprozesse in den 30er Jahren in der Sowjetunion angewandt wurden", sagte Duve. "Die verwendete Rhetorik ist oft obszön und wäre in den meisten Ländern nicht druckbar." Auch rassistische Sprache würde verwendet. Duve zitierte, was der turkmenische Präsident über den Oppositionsführer Boris Schichmuradow gesagt habe: "Sein Blut ist verdünnt mit dem Blut verschiedener Nationalitäten. Früher verdünnte man das Blut, um die Turkmenen zu schwächen. Dort, wo ehrliches Blut unserer Vorfahren mit anderem Blut gemischt ist, ist der nationale Geist gering." (Schluss) ade/vos