Wien - Die Sanierer-Gruppe Value Management Services (VMS) von Erhard Grossnigg will die in Turbulenzen geratene Tankstellenkette Avanti mit seinen knapp 190 Tankstellen übernehmen. Wie aus dem Amtsblatt der "Wiener Zeitung" (Donnerstagausgabe) hervorgeht, hat die VMS die Übernahme bereits beim Kartellgericht angemeldet. Bei den Banken wartet man aber noch auf weitere Angebote.

Für den Abschluss des Avanti-Kaufs ist die VMS auf die Zustimmung der Banken angewiesen. Mit dem Unternehmen würde die VMS auch Bankenforderungen von - laut "Presse" - knapp 80 Mill. Euro übernehmen. Aus Bankenkreisen hieß es am Donnerstag, man habe sich noch nicht entschieden. Angemeldet worden sei vorerst nur ein bedingt aufschiebender Verkauf. Bis zur Entscheidung der Banken sei "die Tür für weitere Angebote noch offen".

Interessenten aus Osteuropa

Die OMV, die bereits im Vorjahr ebenfalls ein Angebot für Avanti gelegt hat, wollte am Montag keine Stellungnahme dazu abgeben. Laut "Presse" soll sich die OMV aber mit einem besseren Angebot wieder ins Spiel gebracht haben. Dem Bericht zufolge soll es aber auch neue Interessenten aus Osteuropa geben - etwa die russische Lukoil.

Avanti-Vorstand Günther Marchtrenker zeigte am Donnerstag gegenüber APA klare Präferenzen für VMS. Als 100-prozentig fix könne man den Deal zwar noch nicht ansehen. Doch während VMS als Finanzinvestor die Sanierung vorantreiben und das Unternehmen erst in zwei bis drei weiterverkaufen werde, würde ein jetziger Verkauf an die OMV voraussichtlich die Zerschlagung von Avanti bedeuten, fürchtet der Marchtrenker.

Sanierung auf gutem Wege

Laut Vorstand ist das Unternehmen bei der Sanierung auf gutem Wege. 2002 habe Avanti wie angekündigt wieder ein positives Betriebsergebnis (EBIT) erreicht, so Marchtrenker.

Avanti betreibt derzeit in Österreich rund 110 Tankstellen, mit 55 direkt und rund 450 indirekt beschäftigten Mitarbeitern. Zudem verfügt das Unternehmen über ein weites Netz in Osteuropa: 11 Tankstellen hat Avanti in Tschechien, 25 in der Slowakei, 45 in Ungarn, sechs in Rumänien und eine in Bulgarien.(APA)