Bild nicht mehr verfügbar.

Die Erfolge des Fiat 600 zeugen von einer glorreichen Vergangenheit - nun wird um die Zukunft von Fiat gerungen.

foto: reuters/ho

Rom (APA) - General Motors (GM) will vorerst kein Geld zur Rettung seines krisengeschüttelten italienischen Partners Fiat ausgeben. Dies berichtete die britische Tageszeitung "Financial Times" (Freitagsausgabe). Laut der Zeitung habe Fiat den Koloss von Detroit aufgefordert, fünf Mrd. Dollar (4,73 Mrd. Euro) für einen Neubeginn der Autosparte auszugeben, doch GM scheint vorerst nicht bereit, für die italienische Gruppe so tief in die Tasche zu greifen. General Motors hält seit dem Jahr 2000 eine 20-prozentige Beteiligung an Fiat.

Der amerikanische Konzern wolle vorerst den Sanierungsplan überprüfen, der am Donnerstag von dem lombardischen Finanzer Roberto Colaninno vorgelegt worden ist, berichtete "Financial Times". Colaninno plane, in den nächsten Jahren acht Mrd. Euro für die Fiat-Sanierung auftreiben und hoffe, doch noch GM für sein Projekt zu gewinnen. Er selber und seine Verbündete seien bereit 2,5 Mrd. Euro in den Konzern zu investieren, dafür wolle er jedoch die unternehmerische Kontrolle über die Gruppe übernehmen.

Nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" muss Colaninno mindestens zehn Mrd. Euro auftreiben, damit sein Sanierungsprojekt erfolgreich sein könne. Diese Summe sei notwendig, um acht neue Modelle der Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo auf den Markt zu bringen.

Zum Abbau seines Schuldenbergs könnte Fiat gezwungen werden, sich von der im Luftfahrtbereich aktiven Tochter Fiat Avio zu trennen, betonten Beobachter. Der Verkauf der Gesellschaft würde Fiat Einnahmen im Wert von 1,5 Mrd. Euro bescheren, die in die Kassen der krisengeschüttelten Autosparte landen könnten. Zu den Interessenten an Fiat Auto zählt die amerikanische Gruppe Carlyle sowie der französische Konzern Snecma.