Buenos Aires/Washington - Erstmals seit mehr als einem Jahr haben sich Argentinien und der Internationale Währungsfonds (IWF) wieder auf ein gemeinsames Vorgehen in der schweren Finanzkrise des Landes verständigt. Die Regierung in Buenos Aires unterzeichnete am Donnerstagabend eine Selbstverpflichtung über die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Absichtserklärung ist Voraussetzung für eine Stundung von Milliardenschulden beim IWF. In Washington bestätigte ein IWF-Sprecher die Einigung mit dem südamerikanischen Land.

Die entsprechenden Dokumente seien von Wirtschaftsminister Roberto Lavagna und Zentralbankchef Alfonso de Prat-Gay in Gegenwart von IWF-Vertretern in Buenos Aires unterzeichnet worden, teilte das argentinische Wirtschaftsministerium mit. Damit dürfte die für diesen Freitag befürchtete Zahlungsunfähigkeit Argentiniens auch gegenüber dem IWF vermieden worden sein.

Die Vereinbarung mit dem IWF sehe die Stundung von Kreditrückzahlungen in Höhe von insgesamt 6,6 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) vor, die von Januar bis August fällig geworden wären. Zusammen mit bereits im vergangenen Jahr vom IWF gestundeten Beträgen in Höhe von 5,11 Milliarden Dollar habe die internationale Finanzorganisation dem überschuldeten Land damit insgesamt 11,71 Milliarden Dollar refinanziert, teilte das Wirtschaftsministerium weiter mit.

Argentinien erhält damit zwar keine neuen Gelder, aber eine Atempause, bis nach der Präsidentenwahl am 27. April eine neue Regierung ihr Amt angetreten hat. Nach einer Einigung mit dem IWF wurde davon ausgegangen, dass Argentinien den Zahlungsverpflichtungen bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) sowie bei der Weltbank wieder nachkommt. Zudem könnten sich die Voraussetzungen für Verhandlungen über eine Umschuldung der von privaten Gläubigern gehaltenen Milliardenforderungen verbessern. (APA/dpa)