Wien - Mit Beginn der Spielzeit 2003/04 tritt Rudolf Berger sein Amt als Direktor der Volksoper Wien an. Schon als Designierter hat er, die Sparte Tanz betreffend, strukturelle Maßnahmen getroffen, hat die auf jeweils ein Jahr beschränkten Verträge von Ballettleiterin Liz King und 15 Tänzern nicht verlängert. Eine Entscheidung, die laut Berger weder auf "qualitativen", "ästhetischen" noch "persönlichen" Gründen basiert.

"Zwei verschiedene Tänzertypen/Gruppen werden in Zukunft hier nicht arbeiten!", gibt Berger auf diesbezügliche Fragen im

Die Sparte Tanz, so Rudolf Berger, betrachte er keineswegs als Nebensache, denn der zeitgenössische Tanz sei ihm nicht fremd. Berger ist Musiktheaterspezialist, lebt mit Unterbrechungen seit Mitte der 80er-Jahre in Frankreich, übernahm 1997 die Generalintendanz der Opéra National du Rhin in Strasbourg und ist damit auch Überchef einer rund 35-köpfigen, durchwegs modern ausgerichteten Ballettkompanie, die unter der Leitung von Bertrand d’At in Mulhouse residiert.

Wen er zum neuen Tanzleiter der Volksoper wählt, ist noch offen. Die Entscheidung fällt Mitte Februar. In der kommenden Spielzeit (2003/04), einer Aufbauphase für das hauseigene Tanzgeschehen, wird vorerst das Staatsopernballett in einer Produktion, deren künstlerische Leitung jedoch bei der Volksoper liegt, im Haus gastieren. Filiale des Staatsopernballetts soll die Volksoper unter Rudolf Bergers Leitung nicht werden: "Ich möchte beide Institutionen klar getrennt haben. Renato Zanella übernimmt die Leitung des Volksopernballetts sicher nicht. Das kann ich ausschließen."

Ansonsten werden in Zukunft zwei Gruppen aus der freien Wiener Tanzszene für die prognostizierte Vielfalt des Hauses am Währinger Gürtel sorgen. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2003)