Wien - Nein, sagt Beth Jones, sie sehe keine Entfremdung zwischen den USA und Europa. Die kritischen Stimmen aus Deutschland, vom EU-Außenrepräsentanten Xavier Solana und der griechischen Präsidentschaft zu einer möglichen Irak-Intervention seien nicht repräsentativ. Im Gegenteil: "Es herrscht eine überwältigende Einigkeit im Kampf gegen den Terrorismus", erklärte die Abteilungsleiterin für Europa im US-Außenministerium am Mittwochabend bei einer Videokonferenz zwischen Wien und Washington.

Auch die Zweifel vieler Europäer über die unterschiedliche Behandlung zweier Bestandteile der "Achse des Bösen" sind nach Jones "leicht auszuräumen": "Der Fall Irak ist mit Nordkorea nicht annähernd zu vergleichen. Bagdad hat die internationale Gemeinschaft zwölf Jahre lang getäuscht und sich nicht an Abmachungen gehalten." Es sei kein Wunder, wenn es jetzt eine gewisse "Frustration" gegenüber dem Irak gebe.

Was Nordkorea betrifft, so Jones, gebe es großes Engagement nicht nur der USA, sondern auch Chinas, Japans und der EU, um die Krise beizulegen. Und Pjöngjang habe im Gegensatz zum Irak nie derart eklatant gegen internationale Abmachungen und Auflagen verstoßen. Deswegen wählten die USA auch einen freundschaftlichen Weg der Lösung.

Übrigens: An der US-Strategie gegenüber dem dritten Teil der "Achse des Bösen", Iran, soll sich laut Jones in Zukunft nichts ändern. (pra, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 17.1.2003)