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Montage/Fotos: Archiv

Trier - Als Tatbestand der Ermittlungen gegen "mehrere Verdächtige in verschiedenen Orten Deutschlands" nannte Triers Oberstaatsanwalt Georg Jüngling am Donnerstag zahlreiche "sexuelle Handlungen mit okkultem Hintergrund". Die Sendung "ZDF.reporter" am Mittwochabend habe einige neue Erkenntnisse für diese Ermittlungen gebracht.

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Eine 34-jährige Frau hatte die Taten im Mai 2002 angezeigt. Zum Stand der Ermittlungen machte Jüngling keine Angaben. "Es sind schlimme, kaum vorstellbare Dinge, die dort dargestellt werden", sagte er nach der Ausstrahlung der Sendung. Die Ermittler warteten noch auf die von Autor Rainer Fromm angekündigte Bereitstellung von Aussagen einer Tatverdächtigen.

Menschentötungen

Zwei Frauen und ein Kind berichteten in dem Film von grausamen Menschentötungen bei so genannten schwarzen Messen von Satanisten. Teile der Opfer seien gegessen worden. Außer den Betroffenen kamen auch Experten zu Wort: Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Peter Koehler regte die Einrichtung einer bundesweiten Zentralstelle für rituelle Tötungsdelikte an. Es bestehe "große Gefahr, dass Zeugen nicht ernst genommen werden" und die Täter dadurch geschützt würden.

Mehrere Hundert Bizarr-Okkultisten

Der Psychologe Rudolf Egg von der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden schätzte die Zahl der Menschen, die sich zumindest passiv mit bizarren okkulten Praktiken beschäftigten, auf mehrere Hundert in Deutschland. Triers leitender Oberstaatsanwalt Horst Roos sagte, dass es nach dem jüngsten Kannibalismusfall in Rotenburg kein Tabu mehr bezüglich der Vorstellung gebe, was menschenmöglich sei.

"Seriöse Recherche" Autor Fromm bezeichnete seine zweijährigen Nachforschungen als "absolut seriös". Recherchiert habe er knapp 20 Fälle von rituellen Straftaten - Vergewaltigungen, Morde, Kannibalismus -, begangen in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland und beispielsweise in Belgien.

Gestellte oder echte Szenen

In der Datenbank des Düsseldorfer Landeskriminalamts (LKA) gebe es nur ein Tötungs-verbrechen mit rituellem Hintergrund, sagte dagegen ein LKA-Sprecher am Donnerstag. Das sei der bereits aufgeklärte Mord des Bochumer Satanistenpaares. Auch Berichte über kursierende Videos von realen Morden hätten sich bei bisherigen Ermittlungen fast immer als gestellt entpuppt. Lediglich aus dem Kosovo-Krieg gebe es Filmmaterial mit realen Tötungsszenen. (dpa, DER STANDARD Printausgabe 17.1.2003)