Linz - Die sprichwörtlich schlechte Linzer Luft bleibt genau das, was ihr nachgesagt wird. SP-Umweltstadträtin Christiana Dolezal wies auf ein "neu entdecktes" Problem hin: Der Feinstaub, der von Dieselautos stammt, nimmt den Linzern die Luft zum Atmen. Dolezal fordert daher, die Begünstigung von Dieselfahrzeugen auf Bundesebene abzuschaffen, da die Staubemissionen tausendmal höher sind als bei Benzinern.

Die grüne Linzer Gemeinderätin Gerda Lenger tritt wiederum für ein generelles Lkw-Nachtfahrverbot in Linz ein. "Dadurch würde ein sanfter Druck auf die Industrie ausgeübt und mehr Frachten auf die Schiene verlagert", so Lenger. "Nur zur Gaudi" fahre ohnehin kein Lkw durch die Gegend. Die wahre Herausforderung sei der motorisierte Individualverkehr, "aber der Pkw ist eine heilige Kuh", konterte Christian Strasser, Geschäftsführer der Sparte Transport der oberösterreichischen Wirtschaftskammer.

Der Anteil des Feinstaubes in der Luft wird erst seit zwei Jahren erhoben. Bei einzelnen Messstellen wurde an 79 Tagen im Jahr der EU-Grenzwert überschritten. Die Folgen für die Linzer: Atembeschwerden. Auswirkungen auf Kinder werden nun in einer eigenen Studie erhoben. Die Ergebnisse sollen bis zum Sommer vorliegen. (sf, DER STANDARD Printaugabe 17.1.2003)