Washington - Mehrere arabische Staaten planen einem amerikanischen Zeitungsbericht zufolge einen Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein, um einen Krieg sein Land abzuwenden. So arbeite Saudiarabien "aktiv" daran, hohe irakische Militärs von der Notwendigkeit eines Umsturzes zu überzeugen, berichtete das US-Nachrichtenmagazin "Time" am Donnerstag.

Riad befürchte, dass es bei einem US-geführten Krieg im Irak zu einem Chaos und militärischen Interventionen der Nachbarländer Türkei und Iran kommen könne. Ein Putsch sei nach saudiarabischer Auffassung die beste Möglichkeit, staatliche irakische Dienstleistungen wie Elektrizität und das Gesundheitswesen schadlos aufrecht zu erhalten, schrieb "Time" weiter.

Dem Blatt zufolge trafen sich in dieser Woche der ägyptische Präsident Hosni Mubarak, der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül und der saudiarabische Kronprinz Abdullah, um den Plan für einen internen irakischen Umsturz auszuarbeiten. "Time" berichtete unter Berufung auf Diplomaten weiter, arabische Staats- und Regierungschefs fürchteten einen schnellen Abzug der USA nach einem möglichen Krieg, ohne dass Schäden ausreichend beseitigt würden.

Die irakische Führung hat unterdessen die Entdeckung von Chemiewaffen-Gefechtsköpfen durch die UNO-Inspektoren heruntergespielt. Es handele sich um alte Bestände, die längst nicht mehr zu gebrauchen seien, erklärte der Direktor der Nationalen Überwachungsbehörde, Hossam Mohammed Amin, am Donnerstagabend in Bagdad.

Die UN-Waffenkontrollkommission hatte zuvor berichtet, eines ihrer Teams habe auf einem Gelände mit neueren Bunkern elf leere Chemiewaffen-Sprengköpfe gefunden sowie einen Sprengkopf, "der noch untersucht werden muss". Nach UNO-Angaben waren die Sprengköpfe in ausgezeichnetem Zustand.

Amin sagte dagegen, die auf dem 100 Kilometer südlich von Bagdad liegenden Gelände entdeckten Waffenkomponenten seien alt. Sie seien in Holzkisten gelagert und dort fast vergessen worden. Die ganze Aufregung um die Sprengköpfe sei nicht mehr als ein "Sturm im Wasserglas". (APA/dpa)