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Kim versuchte Clinton zu bremsen: kein einziger südkoreanischer Soldat würde in die Schlacht geschickt

Foto: Reuters/Paul Barker

Seoul - In der ersten Krise um das nordkoreanische Atomprogramm vor zehn Jahren planten die USA nach Angaben des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Young Sam einen militärischen Angriff. Er habe deswegen mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton lange und heftige Auseinandersetzungen gehabt, sagte Kim am Freitag in Seoul. "Clinton war sehr dazu entschlossen, aber ich sagte, ein solcher Angriff dürfe niemals stattfinden", erklärte er. Die USA hätten für einen Angriff auf das Atomzentrum Yongbyon bereits einen Flugzeugträger und sieben weitere Kriegsschiffe in Marsch gesetzt gehabt.

Kim sagte, er habe Clinton davon zu überzeugen versucht, dass ein amerikanischer Angriff Seoul in ein Flammenmeer verwandeln könnte und ein voll entbrannter Krieg das Leben von mehreren Millionen Südkoreanern fordern würde. "Ich sagte ihm schließlich, dass ich bei einem Angriff der USA auf Nordkorea nicht einen einzigen der 650.000 südkoreanischen Soldaten in die Schlacht schicken könne." Nach diesen Diskussionen habe sich Expräsident Jimmy Carter eingeschaltet und eine friedliche Lösung vermittelt. (APA/AP)