Wien - Ein Haus ist mehr als Wände plus Dach, nämlich ein Dienstleister. Aber nur, wenn es für die Bedürfnisse der Bewohner maßgeschneidert ist.

In der Donaustädter Tokiogasse wurde am Donnerstag von Wohnbaustadtrat Werner Faymann (SP) ein Gebäude seiner Bestimmung übergeben, das sich tatsächlich "dienendes Haus" nennt: Bei der Planung des 55 Wohnungen großen Hauses wurden die Bedürfnisse von behinderten Menschen nämlich nicht nur so berücksichtigt, wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte, sondern auch darüber hinausgegangen.

Denn neben baulichen Maßnahmen, die das Wort "barrierefrei" tatsächlich verdienen (u. a. keine Schwellen, breitere Türen, rollstuhtaugliche Duschen und Schalter in erreichbaren Höhen), punktet das Projekt mit einem Wireless-Lan, das in allen Räumen des Hauses funktioniert. Dies ermöglicht wenig mobilen Menschen nicht nur den Schritt ins Internet, sondern erleichtert auch - etwa via Webcams - die Betreuung.

Wien, erklärte Faymann bei der Übergabe, wolle mit der Fertigstellung dieses Hauses zu Beginn des "Jahres der Menschen mit Behinderungen" ganz bewusst auf behindertenfreundliches Bauen hinweisen. Seit 1995 seien in Wien 40 behindertenfreundliche Projekte mit insgesamt 5600 Wohnungen verwirklicht worden. (rott, DER STANDARD Printausgabe 18.1.2003)