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Der neue Chef bei AOL: Richard Parson

Foto: Archiv
Richard D. Parsons wird Nachfolger des Internetpioniers Steve Case als Chairman des Mediengiganten AOL Time Warner . Die einstimmige Wahl des derzeitigen CEO zum Vorstandsvorsitzenden kommt nicht unerwartet und festigt den Einfluss Parsons, berichtet die New York Times. Die Entscheidung wird am 16. Mai bei der jährlichen Hauptversammlung der Aktionäre wirksam. Parsons hat wie auch sein Vorgänger mit einigen Strukturproblemen des Riesenkonzerns zu kämpfen, vor allem muss das Geschäft von AOL auf Vordermann gebracht werden. Problembekämpfung Einige Strukturprobleme hat Parsons seit seinem Antritt als CEO im Mai vergangenen Jahres bereits beseitigt. Beispielsweise die Bereinigung der Verflechtungen mit AT&T. Im Konzern herrscht die Meinung, Parsons habe seinen Job als CEO bisher gut gemacht. Sein Managementansatz sei konservativ. Die 90er-Jahre seien eine "Dekade der Deals" gewesen, zitiert die NYT Parsons, "nun müssen wir die Assets managen." Vor allem AOL ist so ein Asset, eines das nicht mehr so glänzt wie in den 90er-Jahren. Das Geschäft der Internetsparte wieder auf den richtigen Weg zu bringen sei seine wichtigste Aufgabe. Sollte dies bis Ende des Jahres nicht gelingen, sei die Möglichkeit einer Trennung laut NYT nicht unwahrscheinlich. Vorgeschichte

Der 54-jährige Parson ist schon lange Topmanager des Konzerns. Nach der Fusion mit AOL spielte er die zweite Geige neben Robert W. Pittman. Bei den Verhandlungen des Megadeals stand er nicht im Zentrum. Nachdem die Erwartungen der Elefantenhochzeit nicht erfüllt wurden, sei er der Topmanager mit den "saubersten Händen", so die NYT. Als Chairman und CEO ist seine Machtfülle im Konzern groß. Einige Investoren vertraten die Meinung, eine Trennung der beiden Funktionen wäre wegen laufenden Ermittlungen ein sinnvolles Signal. Diesem Argument folgte der Vorstand durch die einstimmige Wahl Parsons nicht. (pte)