Wien - Die Kreditkartengesellschaft Visa Austria will ihren Kunden mit einem neuen einfach anwendbaren Sicherheitssystem das Einkaufen im Internet erleichtern. "Verified by Visa" soll in Österreich voraussichtlich im zweiten Quartal 2003 starten, sagte Visa Austria-Generaldirektor Helmut Nahlik im Gespräch mit der APA. Der Karteninhaber kann in Hinkunft via Passwort nicht nur vom eigenen PC, sondern auch von anderen Internetzugangsmöglichkeiten seine Einkäufe im Internet tätigen.

Das neue System werde eine "sehr gute Absicherung" gegen Missbrauch bieten, Sicherheitsbedenken beim Online-Einkauf mit der Kreditkarte könnten dadurch verringert werden. Der Karteninhaber muss nicht extra zahlen. Für die Händler, die ein "kleines" Software-Paket installieren müssen, gebe es "geringe" Kosten. Das bisherige System SET läuft zwar weiter, mit dem Start von "Verified by Visa" wird es aber keine Neuanmeldungen mehr geben. Derzeit nutzen allerdings lediglich rund 20.000 Kunden SET.

Online-Shopping ist bei österreichischen Visa-Kartenbesitzern immer beliebter. Die Internet-Umsätze erhöhten sich 2002 um 86 Prozent auf 20,9 Mio. Euro. Viele Weihnachtsgeschenke dürften im Vorjahr bereits beim virtuelle Einkauf erstanden worden sein. Im Dezember wuchsen die Internet-Umsätze von Visa Austria um 140 Prozent auf 2,9 Mio. Euro.

Insgesamt erhöhten sich die Umsätze der Visa Service Kreditkarten AG 2002 um 11 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Die Zahl der Karteninhaber stieg um 8 Prozent auf 930.000. Gezückt werden kann die Visa-Karte in Österreich bei 81.000 Vertragspartner, das ist ein Plus von 16 Prozent.

Eine Senkung der Disagio-Sätze für den Handel wird es heuer nicht geben, so Nahlik. Allerdings kämen 15.000 bis 20.000 Visa-Vertragspartner durch höhere Umsätze in eine niedrigere Disagio-Staffel und könnten damit ihre Kosten senken.

Der Wegfall der Bearbeitungsgebühr für Kreditkartenumsätze in der EU Mitte 2002 führt bei Visa Austria "aufs Jahr hochgerechnet" zu einem Einnahmenwegfall von 5 Mio. Euro. Gebührenerhöhungen seien aber nicht geplant, betonte Nahlik. Höhere Kosten müssten durch Rationalisierungen und Umsatzsteigerungen aufgefangen werden. (APA)