Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/OEAMTC/GUENTHER GRASSINGER

Krems - Für Zündstoff und Brisanz dürfte gesorgt sein, wenn das Unabhängige Literaturhaus NÖ in Krems am Freitag, dem 24. Jänner, zur Veranstaltung "Krems - Von der Gauhauptstadt zur Kulturhauptstadt" einlädt. Die AutorInnen Elisabeth Reichart, O.P. Zier und der gebürtige Kremser Erwin Riess lesen zu diesem heiklen Thema. Die Moderation des Abends übernimmt Gerhard Ruiss, Autor, Musiker, Schauspieler und langjähriger Geschäftsführer der IG Autorinnen/Autoren.

"Die Frage nach Aufarbeitung der unrühmlichen Geschichte von 1938 - 45 ist ein Thema, das österreichweit nach wie vor ungern gestreift wird - schon die leise Berührung ist im Stande, großen Unmut zu provozieren", heißt es in einer Aussendung des Literaturhauses. Diskutiert wird die Situation einer Stadt, die sich den Status der "heimlichen" Kulturhauptstadt Niederösterreichs erworben hat, und deren Vergangenheit im "Gau Niederdonau" liegt. Dabei sollen Versäumnisse und Tatsachen aufgearbeitet sowie Chancen und Entwicklungen beleuchtet werden.

Die AutorInnen, die sich der Diskussion stellen, sind mit dem Thema befasst: Elisabeth Reichart hat mit ihrem 1995 erschienenen Roman "Februarschatten" eines der wesentlichen Werke der österreichischen Gegenwartsliteratur vorgelegt, welches sich mit dem Verdrängen, Vergessen, Mitschuldig-Machen und dem Mitläufertum beschäftigt. Zier erzählt in seinem 1996 erschienenen Roman "Schonzeit" die Lebensgeschichte der "kleinen Leute", die sich dem Nazi-Regime nicht angeschlossen und Widerstand geleistet haben. Erwin Riess schreibt Prosa, Stücke, Hörspiele und Drehbücher. Seit seiner Schulzeit setzt sich der Kremser mit der Zeitgeschichte seiner Heimatstadt auseinander. (APA)