Heidelberg - Frauen sollten während der Schwangerschaft und kurz nach der Niederkunft auf keinen Fall ihre Wohnung renovieren lassen. Denn andernfalls drohen dem Baby in den ersten Lebensmonaten Erkrankungen der Atemwege. Auch das Immunsystem kann geschwächt werden, wie eine Studie des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle ergab. Die Kinder seien dadurch anfälliger für Infektionen und Allergien.

Die Wissenschafter fanden eindeutige medizinische Hinweise dafür, dass Renovierungstätigkeiten während der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes im Mutterleib beeinflussen können. Denn jede Instandsetzung sei mit Ausdünstungen aus Anstrichen, Klebstoffen, Teppichen und neuen Möbeln und damit einer erhöhten Chemikalienkonzentration in der Innenraumluft verbunden, betonen die Experten.

Funktionelle Veränderungen

In ihrer Studie konnten die Forscher zeigen, dass Neugeborene, deren Eltern in der Schwangerschaft renoviert haben, in ihrem Immunsystem funktionelle Veränderungen aufweisen. Diese Veränderungen betreffen besonders die so genannten T-Lymphozyten, die die Reaktion des Immunsystems nach Kontakt mit Erregern oder auch Allergenen steuern.

Im Nabelschnurblut der betroffenen Kinder war zudem der Anteil der Th1-Helferzellen niedriger als normal. Diese Abwehrzellen sorgen dafür, dass in den Körper eingedrungene Krankheitserreger effektiv bekämpft werden können. Außerdem verhindern sie allergische Überreaktionen nach dem Kontakt mit Allergenen wie zum Beispiel Pollen. (APA/AP)