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Der prüfende Blick auf die Waage. Je weniger Kilos, sie anzeigt, umso besser, denken Magersüchtige.
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Neu-Isenburg - Magersüchtige Frauen hätten häufig ein geringeres Denk-, Lern- und Reaktionsvermögen. Diese Leistungseinschränkung stehe im Zusammenhang mit einem verringerten Hirnvolumen, wie die "Ärzte Zeitung" unter Berufung auf MedizinerInnen der Universität Münster berichtet.

Verringertes Erinnerungsvermögen

Die ForscherInnen hatten zwölf Patientinnen mit einem Kernspintomographen untersucht. In neuropsychologischen Tests überprüften sie außerdem die Fähigkeit, sich an Wörter zu erinnern, zu reagieren und sich zu konzentrieren. In allen Bereichen schnitten die Magersüchtigen schlechter ab als gesunde Frauen.

Mangelnde Neuronen-Funktionalität im Gehirn

Die MedizinerInnen stellten zudem fest, dass die Patientinnen weniger N-Acetylaspartat aufwiesen, ein Stoffwechselprodukt, dass Hinweise auf Dichte und Funktionalität von Neuronen im Gehirn gibt. Mit Hilfe einer Therapie nahmen die Frauen zwar wieder zu und wurden auch weniger depressiv, doch die Hirnveränderungen blieben auch nach sechs Monaten noch bestehen. "Wir hoffen, dass eine solche Besserung im weiteren Verlauf noch eintritt", sagte Patricia Ohrmann von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Münster.

Östrogenmangel führe zur Neuronen-Zerstörung

Die ForscherInnen gehen davon aus, dass mit der Magersucht ein dauernder Mangel an Nährstoffen und eine damit verbundene Verringerung von Östrogenen zu einer Zerstörung der Neuronen geführt hat. Im Durchschnitt waren die untersuchten Frauen 22 Jahre alt und hatten einen Body-Mass-Index von 14,9. Bei einem Body-Mass-Index von 17,5 oder darunter sprechen die ÄrztInnen von einer Anorexie oder Magersucht. (APA/AP)