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Mit einem Fernsehspot werben seit Donnerstag Gegner eines Irak-Kriegs in mehreren US-Fernsehsendern für den Frieden. In dem 30-Sekunden-Film des Demokratienetzwerks moveon.org sitzt ein kleines Mädchen in einem Feld voller Gänseblümchen, während ein Countdown gezählt wird. Mit dem Ende des Countdowns verwandelt sich das Bild und zeigt eine brennende Ölquelle, Soldaten auf einem Schlachtfeld, Krankenwagen und eine wütende Menschenmenge.

"Lassen Sie die Inspektoren arbeiten"

Dann schlägt eine Rakete ein und das grausame Szenario verschwindet unter einem Atompilz. Eine Stimme aus dem Off kommentiert: "Krieg gegen Irak. Vielleicht wird er schnell zu Ende sein. Vielleicht nicht. Vielleicht wird er sich ausbreiten. Vielleicht werden Extremisten Länder mit Atomwaffen angreifen. Vielleicht wird das Unvorstellbare geschehen. Vielleicht sagt deshalb die überwältigende Mehrheit der US-Bürger zu Präsident (George W.) Bush: 'Lassen Sie die Inspektoren arbeiten'."

"Unsere Botschaft ist simpel", sagt der Chef von moveon.org, Eli Pariser. So lange die UNO-Waffeninspektoren im Irak seien, gebe es keinen Grund, Gewalt anzuwenden. Der Einsatz von Militär könne einen Krieg mit biologischen, chemischen oder atomaren Waffen auslösen.

"Verunglimpfungskampagnen"

Die Aktion erinnert an eine 1964 gestartete Kampagne des damaligen demokratischen Präsidenten Lyndon B. Johnson gegen seinen republikanischen Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, Barry Goldwater. Darin wurde Goldwater als standhafter Antikommunist abgebildet, der die USA in einen Atomkrieg mit der Sowjetunion führen würde. Der Clip hatte die US-Bürger derart schockiert, dass er nur einmal gezeigt wurde. Er wird bis heute als Lehrbeispiel für Verunglimpfungskampagnen gezeigt. Johnson hatte den 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy abgelöst und wurde 1964 wiedergewählt. (APA/AFP)