Gaza - Die israelische Küstenwache hat am Freitag ein mit Sprengstoff beladenes Boot vor der Küste des Gazastreifens beschossen und zur Explosion gebracht. Nach Angaben der radikal-islamischen Hamas-Bewegung war in dem Boot ein palästinensischer Selbstmordattentäter zu einem Anschlag unterwegs. Der Mann sei bei der Explosion ums Leben gekommen. Dagegen sprach die israelische Armee von einem unbemannten Floß, das vier Kilometer vor der Küste beschossen worden und danach explodiert sei.

Die israelische Medien berichteten am Freitag von einer wachsenden Zahl von gesuchten Palästinensern, die vor der Parlamentswahl am 28. Jänner festgenommen worden sei. Nach Angaben eines Armeesprechers wurden in den vergangenen drei Tagen 53 Palästinenser festgenommen; darunter vier Selbstmordattentäter. Nach Angaben der israelischen Tageszeitung "Maariv" hat der Geheimdienst inzwischen nicht mehr genug Mitarbeiter, um alle Festgenommenen zu verhören. Die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem teilte am Freitag mit, dass sich bereits Anfang Jänner rund 4700 Palästinenser in israelischer Untersuchungshaft befunden hätten.

Die Palästinenserführung hat in den vergangenen Tagen der israelischen Regierung unter Ministerpräsident Ariel Sharon mehrfach vorgeworfen, die Situation in den Palästinensergebieten absichtlich zu verschärfen, um bei der Parlamentswahl am 28. Jänner besser abzuschneiden. (APA/dpa)