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Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

Berlin - Der Alkoholkonsum in Deutschland ist weiter rekordverdächtig. Statistisch gesehen trank im Jahr 2001 jeder Deutsche vom Säugling bis zum Greis 155 Liter alkoholischer Getränke, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in ihrem am Freitag in Berlin vorgestellten "Jahrbuch Sucht" bezifferte. Vorsichtig geschätzt gibt es demnach in Deutschland 1,6 Millionen Alkoholabhängige sowie 6,8 Millionen Zigaretten-, 1,2 Millionen Tabletten- und 150.000 Drogensüchtige. "Missbrauch und Abhängigkeit von Drogen und Suchtmitteln aller Art haben sich auf extrem hohen Niveau eingependelt", erklärte der DHS-Vorsitzende Jobst Böning.

Besorgt zeigten sich die Suchtexperten über den Alkohol- und Tabakkonsum unter Kindern und Jugendlichen. Hier gebe es "alarmierende Konsummuster", wie etwa das Rauschtrinken, woraus schnell eine Sucht werden könne, erklärte die Drogenbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Marion Caspers-Merk. Ein Viertel der Jugendlichen trinke bereits mindestens einmal pro Woche Alkohol, rund sechs Prozent der Zwölf- bis 24-Jährigen seien abhängig.

Verharmloster Alkoholmissbrauch

Der Alkoholmissbrauch werde in der Gesellschaft immer noch verharmlost, beklagte Caspers-Merk. Über neun Millionen Bundesbürger, davon zwei Drittel Männer, hätten einen riskanten Alkoholkonsum. Die DHS fordert höhere Preise für Alkohol, um den Konsum einzuschränken. Die Drogenbeauftragte setzt dagegen auf verstärkte Prävention.

Stark machen will sich Caspers-Merk auch gegen den Griff zur Zigarette unter Jugendlichen, vor allem unter jungen Mädchen. "Das Einstiegsalter für das Rauchen ist mit 13,6 Jahren deutlich zu niedrig", erklärte Caspers-Merk. Sie setze sich daher insbesondere für rauchfreie Schulen und Arbeitsplätze ein. (APA)