Wien - Die Freiheitlichen wollen sich bei der Regierungsbildung wieder stärker ins Spiel bringen. Parteichef Herbert Haupt erklärte bei einer Pressekonferenz anlässlich der FPÖ-Klubklausur Freitag Mittag, dass Montag in einer Woche eine weitere Plenarrunde mit der ÖVP stattfinden werde. Die FPÖ sei bereit, die Reformen der vergangenen Legislaturperiode fortzuführen. Skeptisch ist der Sozialminister allerdings bezüglich des Wunschs der Volkspartei, die Frühpensionen bei langer Versicherungsdauer abzuschaffen. Auf eine entsprechende Frage meinte er, dass aus seiner Sicht keine weitere Belastung der ASVG-Pensionisten möglich sei.

Ansonsten gibt man sich bei den Freiheitlichen wieder recht zuversichtlich, doch noch zum Zug zu kommen. Hingewiesen wurde von Haupt und Generalsekretär Karl Schweitzer mehrfach auf die unterschiedlichen Standpunkte von SPÖ und ÖVP in den diversen Verhandlungsschwerpunkten. Auf der anderen Seite stehe eine geschlossene FPÖ, die ihre Positionen in den Kernbereichen Pensionen, Staatsreform und Gesundheit im Rahmen der Klubklausur bereits "in bestem Einvernehmen" mit den Länder-Organisationen akkordiert habe. In Richtung der Grünen feixte Haupt, dass diese es sich nun wohl noch mal überlegen müssten, ob sie mit der ÖVP tatsächlich verhandeln, nachdem die Volkspartei ein neue Gesprächsrunde mit den Freiheitlichen vereinbart habe.

Inhalte der Klausur wollte der FP-Chef sichtlich nicht in der Öffentlichkeit präsentieren. Weder die Verhandlungspositionen noch die Grundpfeiler der geplanten Parteireform gab Haupt preis. Dafür drängte er in Sachen Koalition die Volkspartei neuerlich zur Eile. Zwar habe man "die Geduld und Ruhe", auf die Entscheidung des "Wahlsiegers" zu warten. Jedoch müsse er darauf hinweisen, dass - staatspolitisch gesprochen - die "Wartefrist eine endliche ist". Schließlich befinde man sich wirtschaftlich in einer schwierigen Lage und es sei an der Zeit, wieder zu normalen Verhältnissen zurückzukehren.

Um eine neue Gemeinsamkeit in der FPÖ zu demonstrieren, war man am Freitag auch geeint vor die Medien getreten. So fanden sich die drei Parteivizes, EU-Delegationsleiterin Daniela Raschhofer sowie die der FPÖ verbliebenen Regierungsmitglieder (minus Susanne Riess-Passer und Karl-Heinz Grasser) als Stütze für Haupt zur Pressekonferenz ein. (APA)