Die Werbeflaute in den klassischen Medien in Deutschland hält an. Im zweiten Jahr hintereinander hatten Zeitungen, Fernsehen und Hörfunk 2002 unter rückläufigen Werbeinvestitionen zu leiden. Der Bruttowerbeaufwand ging um 4,4 Prozent auf rund 16,4 Mrd. Euro zurück und lag damit wieder auf dem Niveau von 1999, wie Nielsen Media Research am Freitag in Hamburg berichtete. Insbesondere die Bereiche Telekommunikation, Spezialversender, Finanzen und Energieversorgung fuhren demnach ihre Werbeausgaben deutlich zurück.

Plus im Dezember

Einen kleinen Lichtblick gab es im Dezember mit einem Plus von 0,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Dadurch wurde erstmals seit Ende des Boomjahres 2000 kein weiterer Rückgang der Werbeaufwendungen verzeichnet. "Allerdings wird sich erst im Frühjahr 2003 herausstellen, ob sich daraus ein stabiler Trend entwickeln wird", sagte Nielsen-Geschäftsführer Ludger Vornhusen.

Publikumszeitschriften mit einem Minus von 7,2 Prozent

Von den Bruttowerbeinvestitionen entfiel der Löwenanteil von 7,25 Mrd. Euro auf die Fernsehwirtschaft, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 4,2 Prozent bedeutete. In den Publikumszeitschriften wurden Anzeigen für 3,85 Mrd. Euro geschaltet, ein Rückgang von 7,2 Prozent. In Zeitungen wurde für 3,51 Mrd. Euro geworben (minus 2,9 Prozent). Nielsen erfasst aber nicht die lokalen Klein- und Rubrikenanzeigen.

Der Hörfunk lag mit 897,3 Mio. Euro Werbeumsatz (minus 3,9 Prozent) vor der Plakatwerbung, die um 0,6 Prozent auf 464,3 Mio. Euro nachgab. Die Fachzeitschriften verbuchten 400,8 Mio. Euro, ein Plus von 1,2 Prozent.

Online-Werbemarkt um 20,9 Prozent gestiegen

Trotz der abflauenden Internet-Euphorie und eines insgesamt schrumpfenden Werbemarkts im vergangenen Jahr sind die Ausgaben für Online-Werbung in Deutschland einer Studie zufolge deutlich gestiegen. Von Jänner bis Dezember 2002 seien für Werbung im Internet 255,9 Mio. Euro ausgegeben worden, teilte das Medienforschungsunternehmen Nielsen am Freitag mit. Dies entspreche einem Plus von 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. (APA/dpa)