Wien - Grünen-Chef Alexander Van der Bellen zeigte sich Freitag Abend in der "ZiB 2" alles andere als abgeneigt, dass seine Partei Teil der künftigen Regierung wird. Nach dem 24. November habe es einige Zeit gebraucht, bis gesickert sei, "dass es eine ganz neue Situation ist". Nun könne man zwar noch nicht sagen, ob etwas werde aus Schwarz-Grün, "aber es lohnt sich, glaube ich, darüber zu reden". Würde in einem gemeinsamen Programm etwas erkennbar von grüner Umweltschutz-, Frauen- oder Integrationspolitik wäre "das schon eine Akzentverschiebung gegenüber Blau-Schwarz der vergangenen Jahre".

Zum Zehn-Punkte-Programm der Volkspartei merkte der Grünen-Chef an, dass dies lediglich ein Verhandlungspapier sein könne. Man müsse über die einzelnen Punkte reden können - ansonsten "lohnt sich die Auseinandersetzung nicht". Zum spezifischen Thema Pensionsreform hielt Van der Bellen aber bereits fest: dass eine Reform notwendig sei, werde von niemand bezweifelt, "und von uns schon gar nicht". Gerade die Grünen mit einer jungen Wählerschaft seien dieser Antworten schuldig, "die das in 30 Jahren aussehen soll".

Dass Gespräche mit den Grünen als Druckmittel für die Gespräche der ÖVP mit der SPÖ benutzt werden könnten, dessen ist sich der Grünen-Chef bewusst. Diese Versuchung liege nahe für die ÖVP. Deshalb würden die einzelnen Parteien in den kommenden Tagen und Wochen danach zu trachten haben, "dass wir nicht zu sehr gegeneinander ausgespielt werden". Die ÖVP müsse sich nun jedenfalls entscheiden, ob sie weiter mit der FPÖ regieren wolle. (APA)