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Europa könne im Konflikt mit dem Irak erstamls politisch handeln um den historisch verhängnisvollen US-Kriegswillen zu bremsen

Foto: APA/dpa/Erwin Elsner

Mannheim - Die Länder Europas müssen nach Ansicht des Schriftstellers Martin Walser gemeinsam die USA dazu bringen, von ihren Kriegsplänen gegen den Irak abzurücken. "Wenn Europa es nicht schafft, den Machtausübungsanspruch Amerikas zu bremsen, dann heißt das, dass Europa eine Illusion ist", sagte Walser in einem Interview mit dem "Mannheimer Morgen" (Samstag-Ausgabe). Den "Kriegsführungswillen Amerikas" nannte er "historisch verhängnisvoll". Europa könne "zum ersten Mal politisch handeln", betonte Walser in dem Interview.

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hatte seinerseits den USA und ihren Verbündeten im Irak-Konflikt "Heuchelei" und "Hybris" vorgeworfen. "Dieser drohende Krieg ist gewollt", schrieb Grass in einem Exklusiv-Beitrag für die Deutsche Presse-Agentur (dpa). "Es geht wiederum ums Öl." Seine Erfahrung sage ihm, "dass diesem gewollten Krieg weitere Kriege aus gleichem Antrieb folgen werden", warnte Grass.

Der griechische Autor und Parlamentspräsident Apostolos Kaklamanis hatte an die vier EU-Staaten im UNO-Sicherheitsrat appelliert, entschiedenen Widerstand gegen einen Irak-Krieg zu leisten. Denn in dieser Frage gehe es auch um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union in den Augen ihrer Bürger, betonte der Sozialist, dessen Land gegenwärtig den Vorsitz in der EU führt. Wenn ihnen an der "fundamentalen Glaubwürdigkeit Europas in den Augen seiner Bürger" gelegen sei, müssten diese Länder im höchsten Gremium der Vereinten Nationen "Nein zu einem Irak-Krieg" sagen, unterstrich Kaklamanis. Dem Weltsicherheitsrat in New York gehören derzeit neben den ständigen Mitgliedern und Vetomächten Frankreich und Großbritannien (das sich als engster Verbündeter der USA versteht) auch zwei weitere EU-Staaten als nichtständige Mitglieder an: Spanien und Deutschland. (APA/dpa)