Graz - "Zum derzeitigen Zeitpunkt" könne der Vorstand der Energie Steiermark Holding AG (EStAG) aus aktienrechtlichen Gründen nichts über die weitere Vorgangsweise bezüglich der Anteile der Energie AG Oberösterreich (EAG) an der EVN sagen, hieß es am Freitag am Anfrage der APA. Zur Finanzierung des Erwerbs des 12,99-Prozent- Aktienpakets des Verbund am niederösterreichischen Energieversorger EVN wollte man ebenso wenig sagen wie zur Frage, ob die EStAG ein Angebot für das bei einer Bank geparkte EVN-Aktienpaket der EAG gelegt habe.

Dieses Aktienpaket im Ausmaß von 6,5 Prozent der Anteile befindet sich seit Herbst 2001 bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Die Bank hatte damals eine dreijährige Behaltegarantie gegeben. EStAG-Vorstandsvorsitzender Werner Heinzl hatte bereits diese Woche erklärt, dass man am EVN-Paket der EAG interessiert sei.

Weitere Stellungnahmen werde es derzeit nicht geben, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Auch die Höhe des Kaufpreises für das EVN-Paket des Verbund sei noch Verhandlungssache, meinte Heinzl Mitte dieser Woche. Die Verbundgesellschaft hatte 1999 rund 260 Mio. Euro für das Paket bezahlt. Der derzeitige Kurs der EVN-Aktie liegt allerdings bei 44,49 Euro je Aktie, damals hatte er 51,4 Euro betragen.

Der steirische Energieversorger käme mit dem EAG-Paket auf mehr als 26 Prozent an der EVN und hätte damit die Sperrminorität. Es wird vermutet, dass hinter dem Erwerb des Aktienpakets der EStAG-Minderheitseigentümer Electricité de France (EdF) steht, der über die Energie Baden Württemberg (EnBW) bereits an der EVN beteiligt ist. Die EdF hält an der EStAG 25 Prozent plus eine Aktie.

Der steirische Finanzlandesrat Herbert Paierl (V) hatte am Donnerstag als Eigentümervertreter des Energieversorgers EStAG erklärt, dass noch heuer ein weiteres 24,4-Prozent-Aktienpaket des steirischen Energieversorgers privatisiert werden könne. Dies könne noch heuer geschehen. Es gebe dabei vertragliche Zusagen, die dem EStAG-Minderheitseigentümer EdF "ein gewisses Mitspracherecht einräumen", so Paierl. Die EdF ist seit längerem am Erwerb des Paketes interessiert. (APA)