New York - Das Österreichische Kulturforum New York hat am Donnerstag in Raimund Abrahams Bau seine erste großflächige thematische Ausstellung eröffnet. Unter dem Titel "Serious Play / Metaphorical Gestures" hat Kurator Hubert Klocker Werke elf internationaler Künstler zum Themenbereich "Metapher" in den Räumlichkeiten des Forums ausgestellt.

"Serious Play / Metaphorical Gestures" ist sowohl die Eröffnung des Frühlingsprogramm "Memory and Progress" des Forums, als auch die Premiere der Nutzung aller vorhanden Räume. "Mir ging es in der Ausstellung in der Hauptsache um Apokalypse", betont Hubert Klocker. "Ich wollte die Reaktionen von Künstlern auf die Krisen und Kriege unserer Zeit zeigen. Da war es mir wichtig, Künstler wie die aus dem Libanon stammende Mona Hatoum oder die serbische Milica Tomic einzuladen." Klocker hat die Werke dieser beiden Künstler an interessanten Orten im Forum platziert.

Arbeiten von Hatoum

Hatoums Video "So Much I Want to Say" (1983) empfängt den Besucher auf einem Bildschirm gleich in der Eingangshalle. Tomic' Videoprojektionen werden im Theaterraum gezeigt, wo sich Zuschauer im abgedunkeltem Raum auf zwei Leinwände konzentrieren können.

Ein zweites Werk von Hatoum, eine Rauminstallation aus Flaschen, hat Klocker unter den dunklen, fast sarkastischen Werken Ellen Berkenblits im oberen Teil der Galerie positioniert. "Das Österreichische Kulturforum New York ist ja als Ausstellungsort eine Herausforderung," stellt Klocker fest.

Digitalisierter Bosch

Klocker versteht seine Aufgabe als Kurator nicht nur darin, Dialoge zu schaffen, sondern auch zu Kunstwerken zu animieren. Auf seine Anregung hin hat der in Österreich geborene Hans Weigand das "Weltgerichtstryptichon" von Hieronymus Bosch neu interpretiert und das originale Gemälde digitalisiert.

Weigands neue, übergroße Darstellung des jüngsten Tags fällt dem Besucher bereits beim Betreten des Forums ins Auge, da es die gesamte hintere Wand der zwei Stockwerke der Galerie bedeckt und damit ideal den von Abraham geschaffenen Lichtraum benützt. Die digitale Version von Hieronymus Bosch' Werk kann man auf einem Bildschirm in Teilabschnitten abrufen und mittels einer Maus über das gesamte digitale Gemälde streichen. Bestimmte Stellen rufen auf Mausklick Filme ab, die dann Teile des Kunstwerks bedecken.

Weitere ÖsterreicherInnen

Von den österreichischen Künstlern sind noch Valie Export, Otto Mühl, Rudolf Schwarzkogler und Elfie Semotan vertreten. Das Thema der Ausstellung - die Metapher - ist vielleicht am besten von Carolee Schneemann getroffen, die in dem Video "Interior Scroll" nackte Frauen zeigt, die Textrollen aus ihrer Vagina entfernen.

Für Klocker ist das Abrahams Gebäude Metapher an sich, da sich schon in der Fassade verschieden Dinge wie Masken oder Symbole herauslesen lassen. Die verschiedenen Ebenen im Haus helfen trotz ihrer Komplexität daher auch, das Thema der Ausstellung zu unterstreichen, die weiters Andrej Monastyrskij und Rachel Whitereads Entwürfe und Modelle zum Holocaust Mahnmal in Wien zeigt. Letzteres ist für Klocker eines der zentralen Punkte der Schau, da diese Arbeit Whitereads noch nie in dieser Art außerhalb von Wien gezeigt wurde.(APA)