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Elisabeth T. Spira

Foto: APA/Gindl

Die Ende Dezember vom ORF ausgestrahlte "Alltagsgeschichte" über die Bewohner der Wiener Großfeldsiedlung hat nicht nur für Empörung bei den Bewohnern der Satellitenstadt gesorgt. Auch ÖVP-Nationalrat und Raiffeisen-Generalsekretär Ferry Maier hat sich am Freitag in einem offenen Brief an ORF-Generaldirektorin Monika Lindner gewandt. Am kommenden Sonntag startet TV-Moderator Dieter Chmelar nun im Rabenhof-Theater einen Versuch der Friedensstiftung zwischen Filmemacherin Elizabeth T. Spira und den Bewohnern der Siedlung.

Verletzung von "Ehrgefühl, Gerechtigkeits- und Objektivitätsansprüchen von tausenden Gebührenzahlern"

Maier erkannte in der Sendung, in der unter anderem Arbeitslose und Frührentner, Drogenabhängige und Vorbestrafte zu Wort kommen, eine Verletzung von "Ehrgefühl, Gerechtigkeits- und Objektivitätsansprüchen von tausenden Gebührenzahlern". Der Abgeordnete des Wahlkreises Wien-Nord erinnerte an den Informations-, Bildungs- und Kultur- und Objektivitätsauftrag des ORF: "Nicht die Quote, sondern dieser Gesetzesauftrag ist im Auge zu behalten. Dies scheint im Fall der Spira-Sendung weder geglückt, noch in irgendeiner Form berücksichtigt worden zu sein." Die durch die Sendung ausgelöste Empörung "unter einem bemerkenswert großen Teil der Gebührenzahler" sollte sehr ernst genommen werden, so der Abgeordnete.

Offener Brief an Lindner

Maier wollte in seinem offenen Brief von Lindner unter anderem wissen, wie der ORF bzw. der Publikumsrat auf die Verärgerung in der Bevölkerung reagiert habe und ob dazu eine öffentlichen Diskussionsveranstaltung in Floridsdorf geplant sei. Genau dazu könnte es am Sonntag im Rabenhof kommen: Bei der Veranstaltung sollen laut einer Aussendung des Theaters sowohl Spira als auch Vertreter der Bewohner anwesend sein. (APA)