Die deutsche WAZ-Gruppe schließt einen Rückverkauf ihres 50-Prozent-Anteils an der "Kronen Zeitung" aus. "Das kann sich Dichand aus dem Kopf schlagen", sagten die WAZ-Geschäftsführer Lutz Glandt und Erich Schumann am Freitag. Die Geschäftsführer berieten mit Anwälten, wie sie Christoph Dichand (37), Sohn des jetzigen Chefredakteurs, Herausgebers und Hälfte-Eigentümers Hans Dichand (81), als neuen Chefredakteur verhindern können. Dichand junior sei kein Journalist, ein deutscher Journalist solle aber nicht eingesetzt werden, hieß es.

"Ein richtiger Krieg"

Der Konflikt um die Nachfolge bei der "Kronen Zeitung" hatte sich am Donnerstag zugespitzt. Nachdem Dichand senior angekündigt hatte, seinen Sohn Christoph mit 1. Februar zu seinem Nachfolger als Chefredakteur zu bestellen, hat die WAZ dieser Berufung widersprochen und rechtliche Schritte eingeleitet. Für Hans Dichand war deshalb "ein richtiger Krieg" im Bereich des Möglichen. "Wenn wir so weitermachen, kann das so enden wie in verschiedenen Shakespeare-Stücken, dass auf der Bühne nur noch Tote liegen", sagte Dichand. Er würde die deutschen Partner jedenfalls "sofort, mit Handkuss und zum Überpreis" auskaufen.

Die WAZ hält Dichand junior "nicht für geeignet, diese schwierige Aufgabe und Nachfolge anzutreten", hieß es aus Essen. Christoph Dichand selbst meinte in einem Interview, dass er neben der politischen Unabhängigkeit der "Krone" auch die redaktionelle Unabhängigkeit von der WAZ wahren möchte.

"Chefredakteur soll der Beste werden"

"Der Sohn ist kein Journalist, sondern Jurist" - so begründeten die WAZ-Geschäftsführer Lutz Glandt und Erich Schumann am Freitag gegenüber der dpa ihre Ablehnung von Christoph Dichand als Chefredakteur der "Kronen Zeitung". "Deshalb halten wir ihn nicht für geeignet", erklärten die beiden Manager in Wien nach Beratungen mit ihren Anwälten.

Auf jeden rückgänging machen

Die WAZ will demnach die neue Personalie auf jeden Fall rückgängig machen. Es sei jedoch nicht daran gedacht, einen Chefredakteur aus Deutschland nach Wien zu schicken, dementierten Glandt und Schumann entsprechende Gerüchte. "Chefredakteur soll der Beste werden, und das in beiderseitigem Einvernehmen", so die WAZ-Männer. (APA)