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An den Weltbörsen bleibt die Unsicherheit bestehen.

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Wien – Schwächer zeigten sich die internationalen Aktienmärkte, nachdem sich die Situation im Irak-Konflikt im Wochenverlauf weiter zugespitzt hatte. Die UNO-Waffeninspektoren hatten am Donnerstag leere Gefechtsköpfe in einem Munitionslager im Irak entdeckt. Keinen Auftrieb erhielten die Börsen durch die bisher etwas durchwachsenen Gewinnausweise der US-Unternehmen zum vierten Quartal 2002.

Gegen Wochenschluss wurden enttäuschende US-Konjunkturdaten veröffentlicht: Der Index der Universität Michigan, ein viel beachteter Maßstab für das Konsumentenvertrauen, fiel weit unter Erwartungen aus. Zudem wies die US-Industrieproduktion im Dezember einen leichten Rückgang statt eines erwarteten Anstiegs aus. Obwohl die Daten wegen der stark schwankenden Autoproduktion nicht zu überschätzen seien, sieht die Erste Bank darin einen Ausdruck der "noch labilen Verfassung der amerikanischen Industrie".

Kurse bleiben unter Druck

Einen leichten Überhang an negativen Überraschungen sehen die Aktienanalysten des Instituts für die mittlerweile voll angelaufende US-Berichtssaison, für die aktuell ein Gewinnwachstum von rund zehn Prozent erwartet werde. "Auf Grund der zuletzt teilweise enttäuschenden Nachrichten ist davon auszugehen, dass die Unsicherheit vorerst bestehen bleibt und die Aktienkurse auch in der kommenden Woche unter Druck bleiben sollten", erwarten die Erste Bank-Analysten. Im Wochenvergleich sank der Dow Jones bis 17:30 Uhr um 2,3 Prozent auf 8.581 Einheiten.

Dämpfer für Technologiewerte

Schwache Ausblicke hätten der Stimmung bei Technologiewerten einen Dämpfer versetzt, so die Analysten der Raiffeisen Zentralbank (RZB), die ihre "vorsichtige Haltung" für US-Aktien bekräftigen. Bei den Schwergewichten Intel und Microsoft lagen zwar die Quartalsgewinne über den Analystenerwartungen, jedoch gaben beide einen zurückhaltenden Ausblick für den weitern Geschäftsverlauf. Intel hat zudem seine Investitionspläne fürs laufende Jahr kräftig zurückgeschraubt, während IBM das sechste Quartal in Folge einen Gewinnrückgang verlautbarte. Auf Wochensicht büßte der technologielastige Nasdaq Composite 4,4 Prozent auf 1.384 Punkte ein.

Mit leichten Kursverlusten beendeten auch die europäischen Märkte die Handelswoche. Trotz sehr guter Geschäftszahlen des französischen Telekom-Ausrüsters Alcatel standen auch am alten Kontinent Technologiewerte unter Druck. "Zahlreiche Unternehmensmeldungen aus den USA und die Lage im Irak werden auch in der kommenden Woche die entscheidenden Impulse an den europäischen Aktienmärkten setzen", erwartet die Erste Bank. Der DAX verlor in der abgelaufenen Handelswoche 3,4 Prozent auf 2.933 Punkte, während der Eurostoxx-50 am Freitag im Späthandel ebenfalls um 3,4 Prozent schwächer bei 2.405 Einheiten notierte.

Telekom und BBAG stützen ATX

Die Wiener Börse hat in dieser Woche dem Umfeld getrotzt und freundlich tendiert. Im Wochenverlauf stieg der Blue Chip-Index ATX um 1,2 Prozent auf 1.163,36 Punkte. Gewinnmitnahmen am Freitag verhinderten einen deutlich stärkeren Anstieg. Die Aktien von Telekom Austria (TA) und BBAG markierten zwischenzeitlich neue Alltime-Highs. Für die kommende Woche rechnen die Analysten der Erste Bank mit einer anhaltend freundlichen Kursentwicklung innerhalb der Bandbreite von 1.155 bis 1.190 ATX-Punkten. "Wien profitiert aus unserer Sicht weiterhin von der aufkeimenden Ostfantasie", heißt es in ihrem Wochenkommentar. Außerdem sei die relative Stärke von Einzelwerten wie Telekom Austria, Wienerberger oder Mayr-Melnhof "unübersehbar". Dem Wiener Markt spürbar helfen würden auch Eindeckungskäufe für die neue private Zukunftsvorsorge. (APA)