In den USA gibt es mindestens 13 Geheimdienste (Verschwörungstheoretiker gehen von der Existenz noch einiger zusätzlicher besonders geheimer Organisationen aus). Teils sind es militärische Dienste wie die National Security Agency (NSA), teils einzelnen anderen Ministerien zugeordnete wie das zum Außenministerium gehörige Bureau of Intelligence and Research (INR), teils unabhängige wie die Central Intelligence Agency (CIA).

Einen Sonderfall bildet das im Kompetenzbereich des Justizministeriums agierende FBI, das zum einen Teil eine "normale" Strafverfolgungsbehörde ist, zu einem anderen aber auch als Inlandsgeheimdienst operiert.

Die verwirrende Differenzierung der US-Geheimdienste ist teils auf historische, teils auf sachliche Gründe zurückzuführen - die NSA ist zum Beispiel die Spezialistin für die so genannte SIGINT ("Signal intelligence"), also die Auswertung von abgefangenen Funksignalen, E-Mails usf., während sich die National Imagery and Mapping Agency (NIMA) vornehmlich mit der Interpretation von Satellitenbildern beschäftigt.
Nomineller Boss aller Geheimdienste ist der CIA-Chef, der in Personalunion zugleich auch so genannter "Director of Central Intelligence" (DCI) ist. De facto hat der DCI allerdings nur die uneingeschränkte Oberhoheit über seine eigene Organisation, die CIA.

Den militärischen Geheimdiensten, die etwa 80 Prozent des gesamten einschlägigen Budgets kontrollieren, hat der DCI nur wenig zu sagen. Jeder Versuch, seine Rolle zu stärken und ihn etwa in den Rang eines Ministers zu erheben, stieße mit Sicherheit auf den massiven Widerstand des Pentagon und seiner Verbündeten im Kongress. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2003)