Klagenfurt - Das Bombenbasteln war sein Hobby. Die mit Nägeln, CO-Patronen und Treibmitteln aus Bundesheerbeständen gefüllten Rohrbomben waren tödliche Sprengfallen. Am Freitag wurde der 22-jährige Hüne, ein Sohn aus erster Ehe des FP-nahen geschäftsführenden Kärntner Landesschulratspräsidenten Heiner Zechmann, am Klagenfurter Landesgericht zu einer 18-monatigen teilbedingten Haftstrafe verurteilt. Er war geständig und nahm an. Fahrlässige Gefährdung durch Sprengmittel, Vorbereitung eines Verbrechens mit Sprengmitteln, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie Suchtgiftmissbrauch lautete die Anklage.

Hintergründe

Richter Oliver Kriz zeigte Verständnis für den Schulabbrecher, der auf die "schie- fe Bahn" geraten sei, weil ihm laut Staatsanwalt Friedrich Borotschnik die drei großen Z, nämlich Zuwendung, Zeit und Zärtlichkeit, gefehlt hätten.

Über die Hintergründe und Hintermänner seiner gefährlichen Bastelei mit Spuren in die Skinhead-Szene erfuhr man im Prozessverlauf nichts. Auch nicht über das Motiv. Dafür stand das Urteil nach knapp einer Stunde fest. Sein Lieblingsbuch sei "Die Wüstenfüchse" über Erwin Rommels Afrikafeldzug, sagte der Angeklagte, befragt über seine Affinitäten zum Dritten Reich. "Die einen lesen Karl May, die anderen eben Rommel", meinte dazu Verteidiger Friedrich Moshammer, der die Bombembastelei als "spätpubertären Streich" wertete. Unter Anrechnung der U-Haft wird der bereits Vorbestrafte in wenigen Wochen frei sein. (stein, DER STANDARD Printausgabe 18.1.2003)