ORF-Generaldirektorin Monika Lindner übt nun in Schreiben an den ÖVP-Nationalrat Ferry Maier Bedauern, "wenn die ORF-Sendung 'Alltagsgeschichte - in der Großfeldsiedlung' vom 27. Dezember 2002 einen kleinen Teil des Publikums beleidigt und verunglimpft haben sollte". Lindner verweist aber auf die einerseits hohe Zuschauerzahl von 962.000 Zusehern - und auf die sehr hohe Bewertungsnote von 4,0. An Kritik seien beim ORF 25 negative Anrufe beim Kundendienst und drei Protestschreiben eingegangen. Medial sei die Sendung nur von der "Kronen Zeitung" negativ beurteilt worden. Und dann gebe es eben noch den Offenen Brief Maiers.

"Informationsangebote im feuilletonistischen Genre"

Weiters hält Lindner in Beantwortung von Maiers Fragen u.a. fest: bei den "Alltagsgeschichten" handle es sich um "Informationsangebote im feuilletonistischen Genre" - "es ist eine essayistische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, mit künstlerischen Überhöhungen". Zuständig sei der Programmdirektor. Sie sei zudem überzeugt, "dass der gesetzliche Programmauftrag nicht verletzt wurde", so Lindner.

Die ORF-Generaldirektorin verwies neben der Veranstaltung im Rabenhof auch auf einen Beitrag in "Wien heute", der für Samstag, 19 Uhr, über die Großfeldsiedlung geplant sei. Für Sonntag sei ein Beitrag über die Veranstaltung im Rabenhof in Aussicht genommen. Durch diese Sendungen komme der ORF "der journalistischen Fairness und Sorgfaltspflicht" nach.

Lindner verweist auf "zahlreiche Auszeichnungen"

Lindner verweist in dem Schreiben zudem auf die zahlreichen Auszeichnungen, die bisher an die "Alltagsgeschichten"-Macherin Elizabeth T. Spira gegangen seien, vom Dr. Karl-Renner-Preis 1975 bis zum Publizistik-Preis der Stadt Wien 1995. (APA)