Hainfeld

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Bereits im Jahre 1881 entstand auf dem Kirchenberg – in der Bundesamtskarte Kirchberg genannt – bei Hainfeld eine Aussichtswarte, welche die damals nicht sehr vielen Wanderer anlockte. Der hölzerne Aussichtsturm musste nach der Jahrhundertwende erneuert werden, später entschloss sich die – bis heute sehr rege – Sektion Hainfeld des Österreichischen Touristenklubs, auf dem Gipfel eine Wetterschutzhütte zu errichten, die mehrmals erweitert und nach Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges wieder aufgebaut wurde.

Da die ÖTK-Sektion Mitte der 50er-Jahre keinen Pächter mehr fand, entschloss sie sich, die Hainfelder Hütte an Wochenenden und Feiertagen durch Mitglieder bewirtschaften zu lassen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Wer am Wochenende auf den Kirchenberg steigt, kann mit einer warmen Stube und einer wohl schmeckenden Mahlzeit rechnen. Und das ist in den niederösterreichischen Voralpen schon eine Rarität, zumal die Qualität der Speisen ohne weiteres mit so manch renommierter Gastwirtschaft mithalten kann. "(...) sind die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Hüttenbewirtschaftung geschaffen, und die zunehmende Zahl der Gäste honoriert dies", heißt es in der ÖTK-Zeitung.

Die Zahl der Kirchenbergfans nimmt zu, was bei der vorzüglichen Betreuung auf dem Gipfel nicht gerade wundert. Daher bietet sich ein winterlicher Ausflug auf den Kirchenberg an, denn selbst bei Schnee findet man immer eine Spur zu der gemütlichen Hütte vor; egal, von welcher Seite man den Anstieg wählt.

Einst zählte man den Kirchenberg auch zu den Skigebieten Niederösterreichs, dort fanden sogar Landesmeisterschaften statt. Die Teilnehmer mussten allerdings zu Fuß zum Start stapfen, denn einen Lift gibt es – zum Glück – bis heute nicht.

Die Route:

Bei der Kirche von Hainfeld beginnt die blaue Markierung, die zum Unteren und Oberen Kirchenbauern und später auf einen Kamm führt, über den man zur Schutzhütte auf dem Gipfel gelangt. Gehzeit 1¼ bis 1½ Stunden. Dann wählt man den rot markierten Weitwanderweg 404 bis zur Schönleiten, wo man sich links hält, um auf der gelben Markierung durch den Heugraben in das Tal des Ramsaubaches abzusteigen, welches man bei Landstal erreicht. Auf der wenig befahrenen Straße geht es zurück nach Hainfeld. Gehzeit ab Gipfel 2½ Stunden. Die Runde lässt sich verkürzen, wenn man über das Liasenböndl direkt nach Hainfeld absteigt. Gesamtgehzeit 3¾-4 Stunden, Höhendifferenz rund 500 m. Hainfelder Hütte an Wochenenden und Feiertagen offen. (DER STANDARD, Printausgabe vom 18./19.1.2003)