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Mike Nelson/EPA/APA

Hamburg - Pentagon-Berater James Woolsey hat sich nachdrücklich für einen Krieg gegen den Irak ausgesprochen. Der Nahe Osten sei der Härtefall für die Verbreitung von Demokratie, sagte Woolsey in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Man müsse daher im Zentrum des Problems beginnen. Der Irak habe, anders als Nordkorea, in den letzten 22 Jahren zwei Kriege vom Zaun gebrochen und sogar Massenvernichtungswaffen gegen das eigene Volk eingesetzt, sagte der frühere CIA-Direktor.

Kritik übte Woolsey an der momentanen europäischen "Appeasement-Politik" gegenüber Saddam Hussein. Er verglich diese Haltung mit der Nachgiebigkeit von Frankreich und England gegenüber Adolf Hitler vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. "Der Irak ist jetzt eine Diktatur, die wir daran hindern müssen, so weit wie Nordkorea zu kommen, zum Beispiel in den Besitz atomarer Waffen", betonte Woolsey. Eine Aussicht darauf, dass sich das Land aus eigenen Kräften heraus reformiere, gebe es - wie bei Nazi-Deutschland - nicht.

Die jahrelange amerikanische Fixierung auf die Ölvorkommen im Nahen Osten hat hingegen nach Einschätzung Woolseys die Demokratiebestrebungen in der Region nachhaltig gehemmt. "Wir haben den Nahen Osten lange als Tankstelle betrachtet", betonte Woolsey gegenüber dem "Spiegel". Bestes Beispiel hierfür sei die Beendigung des Krieges im Jahr 1991, nachdem die Ölzufuhr gesichert war. "Wir haben zugesehen, wie die kurdischen und schiitischen Rebellen abgeschlachtet wurden." Diese Entscheidung verfolge sein Land daher "wie ein Gespenst".

(APA)