Bild nicht mehr verfügbar.

JUERGEN SCHWARZ/Reuters

Münster - Der FDP-Bundes- und Landtagsabgeordnete Jürgen Möllemann will weiter um seinen Verbleib in der Partei kämpfen. Im Gespräch mit AP kündigte Möllemann am Samstag an, er werde er sich auch bei seiner Anhörung in der Düsseldorfer FDP-Landtagsfraktion am Dienstag für eine weitere Mitarbeit bei den Liberalen einsetzen. In Berlin war der FDP-Politiker war am Freitagabend mit großer Mehrheit wieder zum Präsidenten der Deutsch-Arabischen Gesellschaft gewählt worden. Aus diesem Anlass bekräftigte Möllemann seine Kritik am israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon.

Bei der Wiederwahl gab es nach Angaben Möllemanns bei 163 abgegebenen Stimmen nur zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Das war sein bisher bestes Ergebnis, und das sei auch kein Zufall, sagte Möllemann. Offenbar gerade wegen der Attacken gegen seine Kritik an Sharon habe er von der Deutsch-Arabischen Gesellschaft einschließlich der darin aktiven SPD-Mitglieder demonstrative Rückendeckung bekommen.

Kritik an Sharon

Möllemann äußerte die Hoffnung, dass Sharon bei der bevorstehenden Wahl in Israel verlieren werde. Der israelische Ministerpräsident behandle die Palästinenser wie Bürger zweiter Klasse. "Sharon ist ein Mann der Konfrontation und nicht des Friedens", kritisierte Möllemann weiter. Deshalb sei zu hoffen, dass sich die Bevölkerung bei der demokratischen Wahl für einen anderen entscheide.

Möllemann bestritt entschieden Vorwürfe, die Grundachse der Partei verschieben zu wollen. Davon könne bei seiner Tätigkeit im Düsseldorfer Landtag keine Rede sein, er habe sich immer an Parteitagsbeschlüsse gehalten, sagte er. Er werde deshalb am Dienstag gelassen die Fragen seiner Fraktionskollegen beantworten und sehe keinen Grund für einen Ausschluss. Der "Bild"-Zeitung sagte Möllemann: "Ich möchte weiter in der FDP tätig sein, es sei denn, man zwingt mich, etwas anderes zu machen."

Bei seiner öffentlichen Rede in Düsseldorf am Dienstagabend gehe es aber nicht um eine Parteigründung, sagte Möllemann. Vielmehr wolle er Perspektiven für Deutschland aufzeigen und deutlich machen, dass sich alle Parteien, auch die FDP, auf das Abrutschen Deutschlands in Sachen Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Bildung einstellen müssten. Andererseits drohten weitere Parteienverdrossenheit und eine Abkehr von den vorhandenen Parteien, warnte er.

(APA)