Paris - Die Opfer von Enteignungen jüdischer Vermögenswerte während der nationalsozialistischen Besetzung in Frankreich hatten die Möglichkeit, ihre Entschädigungsanträge bei der "Commission pour l'indemnisation des victimes de spoliations" (CIVS) einzureichen. Am Samstag lief die Frist ab. Bis Jahresende waren laut CIVS bereits 13.392 Anträge eingereicht worden, von denen 3.833 vier große Banken betrafen. Die Anträge kommen im Wesentlichen aus Frankreich, viele stammen aber auch aus Israel und den USA, hieß es weiter.

In 4.547 Fällen hat sich die Kommission bisher für eine Entschädigung der Antragsteller ausgesprochen. Frankreich und die Vereinigten Staaten hatten sich im vergangenen Juni darauf geeinigt, die Frist für die Hinterlegung der Anträge um sechs Monate zu verlängern. Sie wurde daher vom 18. Juni 2002 auf den 18. Jänner 2003 verlegt.

Laut Abkommen werden die Banken zwei Fonds gründen. Einer dient zur Entschädigung jener Personen, die nachweisen können, dass sie selbst oder Familienangehörige ein Konto in der Bank hatten, das von den Nazis beschlagnahmt wurde. Der zweite Fonds, der über insgesamt 22,5 Mio. US-Dollar verfügt, soll zur Entschädigung jener Antragsteller dienen, die nicht hinreichende Beweise vorlegen können, um in die erste Kategorie zu fallen.

(APA)