EM.TV-Chef Werner Klatten gerät wegen der Finanzierung seines Einstiegs bei dem Medienunternehmen zunehmend unter Druck. So prüft das deutsche Bundeskartellamt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag, ob Filmhändler Leo Kirch den Einstieg heimlich finanziert hat. Der Filmrechte-Händler Herbert Kloiber, EM.TV-Teilhaber und Kirchs größter privater Filmhandels-Konkurrent, äußerte Zweifel, ob Klatten nichts von den später bekannt gewordenen Hintergründen der Finanzierung gewusst habe.

Nach einem Bericht des "Spiegels" gewährte der niederländische Finanzier Constant Marie Vermeulen Klatten ein Darlehen über 46,3 Mio. Euro für die Übernahme von 25 Prozent der Aktien an EM.TV aus dem Bestand von Unternehmensgründer Thomas Haffa. Vermeulen hat laut dem Magazin enge Beziehungen zum direkten Umfeld von Leo Kirch. Haffa fordert inzwischen von Klatten eine persönliche Bestätigung, dass Kirch nichts mit der Finanzierung zu tun und keinen Einfluss auf das Unternehmen habe, berichtete das Magazin.

KirchMedia-Manager Hans-Joachim Ziems erklärte im "Spiegel", dass Verhandlungen mit EM.TV über einen Einstieg ins Deutsche Sportversehen (DSF) vorerst gestoppt seien. Das Insolvenzrecht verbiete Geschäfte mit Personen, die im Verdacht stehen, dem alten Unternehmen und dessen handelnde Personen nahe zu stehen.

Kirch wollte sich vor zwei Jahren bei EM.TV engagieren, doch das Bundeskartellamt äußerte damals Vorbehalte wegen Kloibers EM.TV-Beteiligung. Kloiber hat nun nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" das Kartellamt gebeten, bislang geheime Verträge zu untersuchen, die erst jetzt bekannt wurden. (APA/AP)