Frankfurt/Main - Zu den Überlegungen, die Frankfurter Buchmesse vielleicht nach München zu verlagern, gibt es sich weitere kritische Stimmen. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nannte eine Verlegung der Buchmesse von Frankfurt nach München "leichtfertig und falsch". Reich-Ranicki sagte im Hessischen Rundfunk (hr), die Buchmesse sei seit mehr als einem halben Jahrhundert in Frankfurt. "Ich bin dagegen, dass man eine solche Tradition zerstört."

Der Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland, Wilfried F. Schoeller, sagte in der 3sat Sendung "Kulturzeit": "Für Frankfurt spricht die Tradition und eine solche Branche muss auf Tradition setzen, um sich zu erhalten." Zwar habe sich München zur neuen deutschen Hauptstadt des Verlags- und Buchwesens entwickelt und das Messe-Gelände der Stadt sei attraktiver, trotzdem sei Frankfurt der bessere Standort. Um einer Abwanderung der Buchmesse nach München entgegenzuwirken, müsse sich sowohl die Stadt Frankfurt als auch das Land Hessen bewegen. (APA)