Washington/Jerusalem - Kurz vor der Parlamentswahl in Israel hat Ministerpräsident Sharon den Nahost-Friedensplan des so genannten Nahost-Quartetts als "nicht ernst zu nehmen" bezeichnet. Sharon sagte unter Verweis auf Vorschläge von US-Präsident George W. Bush, es gebe einen Nahostplan, der funktioniere.

In einem am Sonntag veröffentlichten Interview des US-Magazins "Newsweek" sagte der rechtsgerichtete Regierungschef: "Das Quartett (aus Vertretern der USA, EU, UNO und Russlands) ist nichts. Nehmen sie es nicht ernst."

Kein Ansprechpartner auf palästinensischer Seite

Sharon beklagte, es gebe auf Seiten der Palästinenser "niemanden, mit dem wir sprechen können". Er verlangte nach wie vor, dass Palästinenserpräsident Arafat abtreten und einem Ministerpräsidenten Platz machen müsse. Anschließend müssten in den von Israel besetzten Autonomiegebieten freie Wahlen abgehalten werden. Außerdem stellte Sharon umfassende Bedingungen an die Palästinenser, bevor man überhaupt mit Verhandlungen über eine Beendigung des hundert Jahre alten Konflikts beginnen könne.

Der von Vertretern des so genannten Quartetts erarbeitete "Fahrplan" für einen Nahostfrieden sieht unter anderem die Errichtung eines unabhängigen Palästinenserstaats innerhalb von drei Jahren sowie die Überwachung der zwischen Israel und Palästinensern getroffenen Vereinbarungen durch internationale Beobachter vor. Auf Druck der USA wurde der Plan im Dezember bis nach der Wahl in Israel am 28. Jänner auf Eis gelegt. (APA/dpa)