Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, gerät Werner Böhm, Gründer und ehemaliger Vorstandschef sowie Hauptaktionär des 2001 kollabierten Internet- und Softwarehauses YLine Internet Business Services AG, immer stärker unter Druck. Die Staatsanwaltschaft Wien hat unter der Aktenzahl 245UR/335/02s gerichtliche Vorerhebungen wegen des Verdachts des schweren Betruges, der Bilanzfälschung sowie mehrerer Verstöße gegen das Aktiengesetz eingeleitet.

Abtrünnige

Auch frühere YLine-Aufsichtsräte üben Kritik am Böhm und dessen Geschäftspraktiken. So meint der Wiener Steuerberater Fritz Scheck, der im Sommer 2001 nach nur drei Aufsichtsratssitzungen wieder zurück getreten ist, es habe bei YLine "an Transparenz gefehlt". Jeder könne sich "aussuchen, ob das Vergesslichkeit oder Absicht war". Scheck zu "profil": "Wenn das kein Fall für den Staatsanwalt ist, was dann?"

Background

Die YLine-Gruppe war im September 2001 mit Verbindlichkeiten in der Höhe von 26 Millionen Euro in den Konkurs geschlittert. "profil" vorliegende Dokumente aus einem Gutachten des Wiener Wirtschaftsprüfers Thomas Keppert legen den Verdacht aufklärungsbedürftiger und möglicherweise fingierter Zahlungsflüsse innerhalb der Gruppe nahe. So sollen etwa im Jahr 2000 Lizenzen für das Software-Produkt "ARES" um mehrere Millionen an YLine-Töchter verkauft und ertragswirksam verbucht worden sein. "ARES" habe jedoch nach Aussagen von YLine-Mitarbeitern nie existiert. Werner Böhm, für den die Unschuldsvermutung gilt, bestreitet jedwede strafbare Handlung: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Alles wurde korrekt abgewickelt. Ich werde alle Verdachtsmomente entkräften." (red)