Der Nachrichtenkanal n-tv soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" auf Dauer ganz der Bertelsmann-Senderfamilie RTL gehören. Wie die Zeitung in ihrer Montagausgabe berichtet, hat sich RTL Vorkaufsrechte für weitere Anteile an n-tv gesichert. RTL war vor wenigen Wochen mit rund 49 Prozent bei dem Nachrichtenkanal eingestiegen (etat.at berichtete). Rund 50 Prozent liegen noch bei dem US-Sender CNN und dessen Mutterkonzern Time Warner.

Gemeinsame Kontrolle

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) sieht ein Vertrag zwischen RTL und den beiden anderen n-tv-Großgesellschaftern vor, dass die Amerikaner beim Berliner Sender zwischen Herbst 2004 und Frühjahr 2007 aussteigen können. RTL müsste dann die Anteile der Amerikaner übernehmen, es sei denn der Kölner Sender wäre mit einer Börsenplatzierung einverstanden. Das gelte aber bei Bertelsmann als ausgeschlossen.

Nach Angaben des Blattes besitzt der Gründer von n-tv, Karl-Ulrich Kuhlo, noch 0,75 Prozent der Anteile und sitzt im Aufsichtsrat. Laut SZ hat RTL mit CNN und Time Warner eine gemeinsame Kontrolle des Senders vereinbart. Mit Hilfe von RTL solle der Infokanal, der gegenwärtig noch defizitär sei, in ein paar Monaten aus den roten Zahlen heraus sein. Im vergangenen Jahr habe n-tv angeblich 20 Millionen Euro Verlust gemacht, schrieb die SZ weiter. (APA/dpa)