"Feldproviantwalzer", 2002
Holz, Acryl, 150 x 64 x 65 cm

Foto: Galerie Schafetzky/Marianne Greber

Welche Stadt der Alten Welt hätte einstmals nicht Bekanntschaft mit Napoleon gemacht? Selbst Graz war von ihm heimgesucht, lange noch bevor ein bunt geschecktes Spotlight auf sein kulturelles Kapital gefallen ist, und wäre um ein Haar nebst Burg auch seinen Uhrturm dabei losgeworden, lange noch bevor ein schwarzer Doppelgänger zum Trost durch gute Form bereitstehen hätte können. Das bewegt natürlich jedermann, und Tone Fink bewegt die Requisiten schreckensvoller Machtausübung akrobatisch, was das - in filigraner Papierkaschur nachgebaute - Zeug hält, nicht ohne einzuladen, es gleich auch so zu tun. Ein Liebesstuhl steht da bereit in gynäkologisch eingefärbter Dekadenz, das Feldbett aber dient mehr dem Meditieren vor der Schlacht.

Zwei "Rollrelaxer" bäumen sich, wenn auf den Kopf gestellt, wie wilde Pferde auf, bereit zum Ritt am Großen St. Bernhard. Die kaiserliche Notdurft wird geschluckt vom "Leibesstuhl", für leckeren Nachschub sorgt sodann ein Roller, idealerweise voller Feldproviant und Malagawein, den auch Bonaparte sich herzhaft munden ließ. (trag/DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2003)