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Die Moschee im Norden Londons.

Foto: Reuters/ melville

London - Anti-Terroreinheiten der britischen Polizei haben am Montag eine Moschee in Nordlondon durchsucht. In der Nacht hatten Polizeieinheiten die Moschee in Finsbury Park gestürmt. Dabei wurden sieben Personen festgenommen. Die Polizei wollte nicht sagen, ob dazu auch der umstrittene Prediger des Gotteshauses, der radikalislamische Abu Hamza, gehörte. Nach Polizeiangaben stand die Razzia in Verbindung mit dem Fund des Giftstoffes Ricin Anfang des Monats in einer Wohnung in Nordlondon.

Vier Algerier, die nach dem Fund festgenommen worden waren und inzwischen als Terroristen angeklagt sind, hatten die Finsbury-Park- Moschee in Nordlondon regelmäßig besucht.

Material beschlagnahmt

Beschlagnahmtes Material wurde von Polizisten aus dem Gebäude gebracht. Nach Angaben von Scotland Yard wurde der direkte Gebetsbereich nicht durchsucht. Vor der Aktion habe man sich von "religiösen Experten" beraten lassen, um die Gefühle der Gläubigen nicht unnötig zu verletzen.

Augenzeugen berichteten von etwa 50 Polizisten in Kampfanzügen und mindestens einem Hubschrauber. Zwei benachbarte Häuser wurden ebenfalls durchsucht. Die Festgenommenen wurden zu einer Polizeiwache in London gebracht, teilte ein Sprecher von Scotland Yard mit.

Zentrum Finsbury Park

Die Nordlondoner Zentralmoschee Finsbury Park gilt seit Jahren als Sammelpunkt von mutmaßlichen Extremisten. Im Mittelpunkt dieser Kreise steht nach Erkenntnissen der britischen Polizei der Geistliche Abu Hamza. In seinen Predigten unterstützte er offen die Taliban in Afghanistan und bekundete Sympathien für Osama bin Laden und dessen El Kaida. Noch in der vergangenen Woche äußerte er Verständnis für den Algerier, der in Manchester einen britischen Polizisten erstochen hatte. (APA/dpa/red)